Sonntag, 26. Dezember 2010

Grüezi Schwiiz!

Home sweet home!!!!! Wir sind zurück! Am Flughafen Zürich wurden wir überschwänglich von unseren Familien empfangen. Kuhglocken, Handörgeli, Transparente, Blumen … dazu gab’s Champagner und den ersten heissersehnten Cervelat! Wir waren überwältigt, teilweise fast schon ein wenig überfordert. Die Tränen flossen reichlich.

Nachdem sich die erste Aufregung ein bisschen gelegt hatte, ging’s mit dem Büssli auf den Heimweg Richtung Emmenbrücke. Die Schweiz empfing uns in herrlichstem Schneekleid, ein richtiges Wintermärchen, genauso wie wir es uns vor 18 Monaten gewünscht hatten. Unglaublich!

Doch noch nicht genug … eine Überraschung wartete auf uns, doch davon ahnten wir bei der Heimfahrt noch nichts. Wir wurden nämlich auf direktem Wege in die „Chapbe Bar“ chauffiert, wo uns all unsere lieben Freunde erwarteten und willkommen hiessen. Auch da waren wir mehr als sprachlos und gerührt! Ein absolut genialer Abend, wir hätten es uns nicht besser wünschen können! Bei feinen Schweizer Leckereien, dem einen oder anderen kühlen Eichhof, Holdrio und viel Plauderei haben wir bis tief in die Nacht hinein gefeiert. Wir möchten uns an dieser Stelle bei euch allen ganz ganz herzlich bedanken!

Tja, nun ist es definitiv vorbei … 533 wunderbare Tage für die wir zutiefst dankbar sind. Ewig werden wir uns an all die schönen Momente erinnern. So richtig angekommen sind wir nach den ersten paar Tagen zwar noch nicht, das braucht wahrscheinlich noch ein bisschen Zeit. Doch wir freuen uns auch sehr auf alles, was hier zu Hause noch auf uns wartet.

Wir bedanken uns bei all unseren Bloglesern und die vielen Kommentare. Uns hat das Bloggen rüüdig Spass gemacht und es freut uns sehr, dass wir die einen oder andern zu Ferien oder gar einem längeren Reisli inspirieren durften.

Also ufwiederluege!

Freitag, 24. Dezember 2010

Letzter Halt: Dublin

Nach ziemlich genau 525 Tagen haben wir nach unserem Transatlantik-Flug in Dublin das erste Mal wieder in „good old europe“ aufgesetzt. Nach so langer Zeit weit weit weg, war dies doch ein gutes Gefühl, schon so nahe der Heimat zu sein. Das Wetter empfing uns typisch irisch: Grau, nass und kalt. Zum letzten Mal haben wir also in einem Hostel eingecheckt und machten uns gleich auf die Socken. Denn, viel Zeit blieb uns in dieser Stadt nicht, umso mehr galt es dann, unsere letzten 2 Reisetage optimal zu nützen.

Wir schlenderten durch die weihnachtlich dekorierten Einkaufsstrassen und den Durst löschten wir mit reichlich Guinness in dem einen oder anderen Pub im legendären Temple Bar District. In diesem Viertel reihen sich jahrhundertealte Pubs aneinander, und die Stimmung beginnt jeweils schon nachmittags um 2 Uhr zu kochen. Die Iren sind ein geselliges Volk, bei Bier und Live Irish Folk findet man schnell Gefallen an dieser Kultur, wir fanden’s super! Für uns war dies eine optimale Umgebung um unsere lange Reise würdevoll ausklingen zu lassen. Und so wurde auch unser letzte Abend ganz spontan und unverhofft zu einem letzten Highlight auf unserer Reise.

Mit Hangover und einem nervösen Kribbeln hiess es dann am 18.12. ein letztes Mal Packen, ein letztes Mal einchecken und ein letztes Mal abheben … Die Freude war gross, dennoch waren wir doch auch wehmütig, dass unser grosses Projekt nun definitiv zu Ende geht und die vielen schönen Erlebnisse „nur noch“ in unseren Erinnerungen sein werden.

Je näher wir den schönen, verschneiten Schweizer Alpen kamen, desto mehr stieg unsere Aufregung. Und auch das eine oder andere Tränchen (Carmen) kullerte.

Wir waren gespannt, was uns erwarten würde …

Donnerstag, 16. Dezember 2010

New York City

Ziemlich kalt hat’s uns erwischt … bei 28 Grad in Playa del Carmen gestartet, landeten wir im -5 grädigen, winterlichen New York City. Brrrr … Standesgemäss fuhren wir in einem „yellow cab“ vom JFK-Airport zu unserem Mini-Zimmer an der Südspitze Manhattans, im Financial District. Kaum eingecheckt haben wir sämtliche verfügbaren Kleiderschichten angezogen und sind mit der Subway zum Times Square gefahren. Einfach gigantisch, wir waren überwältigt. All unsere Sinne wurden aufs Extremste berauscht. Nach diesem Wow-Erlebnis war dann eine erste kleidertechnische Notversorgung wegen den bitterkalten Temperaturen bitternötig. Da nützten alle Schichten nichts, richtige Winterkleider mussten her.

Als NYC-Erstbesucher haben wir selbstverständlich die must-do’s ganz zuoberst auf unsere Sightseeing-Liste gesetzt. So nahmen wir Augenschein von der Brooklyn Bridge, der Freiheitsstatue, der Grand Central Station und dem UN-Gebäude, reckten unsere Köpfe hoch zum Chrysler und zum Empire State Building und genossen das tolle Panorama auf dem Rockefeller Skyscraper. Bei der Baustelle des Ground Zero’s kam dann aber schon ein etwas beklemmendes Gefühl auf. Obwohl man die Bilder noch und nöcher aus dem TV kennt, ist es doch sehr speziell, wenn man dort steht und weiss, was zwischen all diesen riesigen Wolkenkratzern geschehen ist.

Als dann der erste Entdeckungsdurst gelöscht war, kam uns der Wetterumschwung gar nicht mal so unrecht. Regen, Schneeflocken und ein eisiger Wind lockten uns in die unzähligen wunderschön weihnachtlich dekorierten Kaufhäuser und Shops. Unsere Kreditkarten glühten … und unser Endorphinausstoss schnellte in die Höhe … zumindest bis die Rechnung kommt :-)

Am vierten Tag zeigte sich die Sonne wieder und so bot es sich an, der Hektik für einen kurzen Moment zu entfliehen und durch den grosszügigen Central Park zu spazieren.

New York in der Weihnachtszeit – das ist definitiv etwas ganz Spezielles. Unzählige Touristen „verstopfen“ die Trottoirs, Weihnachtsklänge ertönen in jedem Laden, Santa Claus ist allgegenwärtig und der berühmte Christbaum beim Rockefeller Center erstrahlt in seinem vollen Glanz. Um das alles noch zu toppen, besuchten wir in der legendären Radio City Music Hall die alljährliche „Christmas Spectacular Show“. Kitschig und schön!

Auch hier in dieser verrückten & tollen Stadt hatten wir eine wahnsinns-coole Zeit und hoffen, nicht das letzte Mal in „Big Apple“ gewesen zu sein. Wieder einmal sitzen wir nun am Flughafen (einstimmungshalber in einem Irish Pub) und warten auf unseren 23igsten Flug, der uns über den grossen Teich nach „good-old Europe“ bringen wird. Nächster und letzter Halt: Dublin, Irland.

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Und täglich grüsst...

Das Positive zuerst: Carmen geht es schon viel besser und deshalb klettert mit jedem Tag unser Spassbarometer etwas mehr in die Höhe. Dr. Gutierrez hat grünes Licht gegeben und so konnten wir schon fast „sorglos“ in unsere letzte „Ferienwoche“ am herrlichen Strand von Playa del Carmen starten. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön für all die lieben und netten Genesungswünsche von überall her.

Viel Zeit bleibt ja jetzt nicht mehr, bevor uns der Alltag zu Hause wieder einholt. Damit wir uns nicht allzu schwer tun, haben wir uns selbst ein strenges Tagesprogramm zusammengestellt. Und das sieht im Detail wie folgt aus:

6.00: Vor den Deutschen 2 Liegestühle mit Badetüchern besetzen … (neee … 'türlich nur Spass …)

8.30: Mühsames aus dem Bett kämpfen
9.00: Frühstücken am Strand mit Meerblick
10.00: Badehose & Bikini montieren und eincremen
10.05: Bodygrill-Position auf dem Liegestuhl einnehmen
10.10: Wenden
11.40: Re-Wenden
11.50: Erfrischung im karibischen Meer
12.05: 1. Erholungsschlaf
13.00: Hunger – Snack am Beach
13.45: 2. Erholungsschlaf
14.15: Bier
14.30: Bier
14.45: Margarita
15.00: Ui … leichter Sonnenbrand: eincremen
15.30: Erfrischung im Meer
15.40: 3. Erholungsschlaf und Bodygrill
16.00: Wenden
16.30: Re-Wenden
17.30: Duschen, „pudere & panieren“
18.00 – 20.00: Zeit zur freien Verfügung
20.00: Apéro
21.00: Nachtessen
ca. 23.00: „Schlummi“
ab 24.00: Lichter löschen

Unterbrochen haben wir diesen straffen Zeitplan mit 2 lohnenswerten Ausflügen in die Vergangenheit Mexicos in die alte Welt der Maya’s. Zuerst besuchten wir die spektakulär am Meer gelegene Ruinenstadt Tulum. Toll! Der zweite Tagesausflug führte uns zu einem der 7 neuen Weltwunder, nämlich zur alten Religionsstätte von Chichén-Itzá. Die berühmte 9-stufige, 24 Meter hohe Pyramide bildet den Mittelpunkt dieser imposanten archäologischen Stadt. In einer 2-stündigen interessanten Tour haben wir viel Neues von der einstigen, blutrünstigen Hochkultur erfahren. Einmal mehr waren wir fasziniert. Auf dem Rückweg stoppten wir noch kurz bei einer Cenote (Süsswasser-Quelle) und passierten das schmucke spanische Kolonialstädtchen Valladolid.

Zurück in Playa del Carmen und mit den letzten Mariachi-Klängen im Ohr (zugegeben, mit der Zeit recht nervtötend) sind wir nach unfassbar schnellen zweieinhalb Wochen wieder mal am Köfferli packen. Fertig „Ferien“, fertig Sommer. Morgen fliegen wir nach New York City. Wir freuen uns auf möglichst viel kitschiges Ami-Weihnachts-Zeugs und hoffen auf die ersten Schneeflocken nach unserem „Endless Summer“. Das wird sicher super.

Eins soll hier noch gesagt werden: Wir werden euch, liebe Blogleser, bis zum Schluss auf dem Laufenden halten. Also, noch nicht wegklicken! See you!

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Turbulente Zeiten am Traumstrand

Eigentlich hatte alles so gut begonnen … In Buenos Aires haben wir uns „ferienfertig“ gemacht und Remo hat eine flotte Strandfrisur verpasst bekommen. Mit unserem 9-stündigen Flug nach Miami überquerten wir zum vierten und letzten Mal auf dieser Reise den Äquator. In Miami zwischengelandet nutzten wir so ganz spontan die 5-stündige Wartezeit auf den Weiterflug, hüpften in den Bus und schauten uns den berühmten Ocean Drive mit seinen Art Deco Bauten in Miami South Beach an.

Knappe 90 Flugminuten später landeten wir schliesslich in Cancún, Mexico, und von da ging’s gleich weiter an die Riviera Maya, nach Playa del Carmen. Zugegeben, Playa del Carmen bietet sicherlich nicht das authentische Mexico-Erlebnis. Aber das wussten wir ja zum Voraus, darauf haben wir uns eingestellt und das haben wir ja jetzt zum Schluss unserer Reise ehrlich gesagt auch gesucht. Also passt es tiptop.

Im charmanten Dörfchen befinden sich unzählige Restaurants und Shops. Und da im Augenblick noch Nebensaison herrscht, ist es hier noch angenehm „unüberlaufen“. Wir haben uns ein kleines Bijou-Hotel ausgesucht, welches direkt am wunderschönen, feinen, schneeweissen Strand liegt. Das Meer ist wohlfühlmässig warm und spiegelt in etlichen Blau- und Türkis-Tönen. Einfach herrlich dieser Anblick. Also rauf auf den Liegestuhl, sönnele, ausspannen und zum Sonnenuntergang einen Margarita trinken. Das klappte alles ganz gut – zumindest die erste Woche.

Doch dann kam alles ein bisschen anders … Carmen verspürte bereits seit einigen Tagen öfters mal Schmerzen im Unterleib. Das wollten wir in der örtlichen Klinik abklären lassen. Nach ein paar Untersuchen und einem Ultraschall kam der Schock: Notfallmässige Operation. Von einem umgehenden Rückflug in die Schweiz haben uns die Ärzte dringend abgeraten. Also gab es keine andere Wahl. Die einstündige Operation verlief „wunschgemäss“ und ohne Komplikationen und danach folgten 2 Nächte im Spital. Seite an Seite standen wir diese schwierige und schmerzvolle Zeit durch und wir waren froh, als wir am Montag das Spital verlassen und in unser Hotel zurückkehren konnten. Nun ist Ruhe angesagt. Die Genesung von Carmen verläuft sehr gut, die Schmerzen werden jeden Tag weniger und wir sind positiv eingestellt. Wie sich das alles auf unsere Rückreise-Pläne auswirkt, wissen wir derzeit noch nicht genau, das hängt von Carmen’s Heilungsverlauf und vom nächsten Arzttermin ab.

Trotz diesen turbulenten Zeiten scheint es so, als hätte ein kleiner Schutzengel auf uns aufgepasst. Das schöne Wetter, die tolle Aussicht auf die karibische See und all die lieben Wünsche von zu Hause geben uns Kraft und wir versuchen, die Zeit hier so gut es geht zu geniessen. Bis bald!

Dienstag, 23. November 2010

Gaucho, Tango und Superclasicó

In den letzten 10 Tagen verabreichten wir uns eine volle Ladung argentinische Kultur. Angefangen mit den Gauchos (argentinische Cowboys) in San Antonio de Areco. 100km vor Buenos Aires gelegen ist dieses Dorf von Landwirtschaft geprägt und historische Bauten dominieren das Dorfbild. Pferde weiden auf den Feldern, Fleischgrill-Rauchwolken liegen in der Luft und ab und an kommt ein Gaucho auf seinem Pferd herbeigeritten. Das war super und hier genossen wir die Idylle bevor wir ins umtriebige Buenos Aires weiterzogen.

Einen letzten Abstecher machten wir vorher noch und besuchten die „Feria de Mataderos“. Dieser Sonntagsmarkt steht ganz im Zeichen von Folklore und Pferdewettbewerben, dazu gibt’s Silber- & Lederwaren und grilliertes Fleisch (Asado auf argentinisch) „en masse“ zu kaufen.

Für Buenos Aires nahmen wir uns eine ganze Woche Zeit, und unsere Tage waren ausgefüllt mit Sightseeing und kulturellen Erlebnissen. Die argentinische Hauptstadt wird auch oft „Paris des Südens“ genannt hier vermischt sich nämlich europäische Grosstadt-Architektur mit lateinamerikanischem Flair. Der feurige Tango fegt durch die Gassen und Tanzhallen von San Telmo. Und während in den schickeren „Barrios“ die gutbetuchten Porteños ihre Hunde mit Hundesittern in den grosszügigen Parkanlagen ausführen lassen, dominiert in den ärmeren Arbeitervierteln nur eine Religion: futból!!! Vor allem zu spüren ist diese „Spiritualität“ in La Boca, startete doch die fussballerisch personifizierte Gottheit Diego „El Diez“ Maradona seine Weltkarriere bei den legendären Boca Juniors.

Uns ist er leider nicht erschienen, dafür hatten wir das riesige Glück, genau dann vor Ort zu sein, wenn die Stadt- und Erzrivalen River Plate gegen Boca Juniors spielten. Wir als Fussballbegeisterte konnten uns dieses Spektakel keinesfalls entgehen lassen, wird „el Superclásico“ doch überall als eines der grössten Sportereignisse der Welt angepriesen. Schon Tage im Voraus berichteten die TV-Stationen nur noch von diesem Derby. Am Spieltag selbst war schliesslich die ganze Stadt in einem Ausnahmezustand. 5 Stunden vorher pilgerten die Fans bereits ins Stadion „El Monumental“ und die Fangruppen stimmten sich mit Sprechchören auf das Spiel ein. Auch wir machten uns früh auf den Weg, denn wir wollten einen guten Platz ergattern. Das ganze Ereignis gipfelte zum Höhepunkt kurz vor dem Anpfiff, als die Mannschaften das Spielfeld betraten: Das ausverkaufte Stadion verwandelte sich in ein Tollhaus. Mehr Feuerwerk als an jeder 1. August Feier, mehr Konfetti als an jeder Lozärner Fasnacht und ein ohrenbetäubender Lärm. Und wir mittendrin bei den River Fans! Vom Anpfiff bekamen wir vor lauter Rauch gar nichts mit. Als sich dann aber der Nebel verzog, hatten auch wir volle Sicht auf das Spielfeld und fieberten und feierten mit den 65'000 Fans mit. Mit Schlachtrufen wurden die Mannschaften angetrieben und etliche Gebete wurden in den Himmel geschickt – für die fanatischen Anhänger ist das nicht nur ein Spiel, für sie bedeutet dieses Spiel alles. Ungelogen, das waren 90 Minuten mit höchstem Gänsehautfeeling. Und als dann River Plate das Siegestor schoss, waren alle Bänne gebrochen und das ganze Stadion bebte! Crazy!!!

So temperamentvoll, leidenschaftlich und heissblütig haben wir noch nirgends einen Match erlebt. Nicht auf der Allmend, nicht im Old Trafford und nicht im Camp Nou. Das war eine Show der Sonderklasse, uns wurde definitiv nicht zu viel versprochen. Mitunter war genau das Erleben von solchen Momenten und Ereignissen für uns ein Antrieb, vor 17 Monaten raus zu gehen und die Welt zu entdecken, für die es sich lohnen sollte, eine Zeit lang zu Hause alles hinter sich zu lassen.

Wie viele von euch wissen, wäre Buenos Aires eigentlich als Endpunkt unserer Reise angedacht gewesen. An diesem Ziel angekommen blickten wir deshalb auf unseren trip around the world zurück und wir sind sehr dankbar für alles, was wir bisher erleben durften. Jetzt drehen wir noch eine „Ehrenrunde“ – es geht an den schneeweissen Sandstrand von Playa del Carmen. Caramba!

Dienstag, 9. November 2010

Schlaraffenland

In Chile von Meereshöhe gestartet, im Schneckentempo mitten in der Karawane von Lastwagen und Reisebussen die zick-zack-zuck Anden-Passstrasse hinaufgefahren und ruck-zuck die Grenze zu Argentinien überquert. Und von da an ging’s nur noch bergabwärts, vorbei am Aconcagua (mit 6'962 m der höchste Berg ausserhalb des Himalayas) hinunter ins flache Weinland nach Mendoza.

Im hier idealen Klima von viel Sonne und Wärme zählt das Gebiet um Mendoza zu einem der besten Weinanbaugebiete der Welt und ist vor allem für den feinen Malbec berühmt. Also ran an den Trübelisaft und rauf auf’s Bike. So radelten wir von einem Weingut zum nächsten und liessen uns von den leidenschaftlichen Winzern den Entstehungs- und Verarbeitungsprozess ihrer Spitzenweine erklären. Danach folgte natürlich jeweils enthusiastisches Degustieren. Mmmmh!

Nach so vielen feinen Tropfen zum Probieren kam am Abend zum ersten Mal ein echtes typisches, vielgelobtes argentinisches „Stückchen“ (lediglich 600 gr) Rindfleisch auf unseren Teller, dazu gab’s selbstverständlich einen örtlichen Rotwein. Traumhaft, so muss es sich im Schlaraffenland anfühlen. Nach diesem kulinarischen Höchstgenuss können wir bestätigen, dass die Erzählungen stimmen und man danach definitiv kein anderes Fleisch mehr essen möchte … ausser vielleicht einen Cervelat ;-)

Mit dem Bus verliessen wir Mendoza, durch die argentinische Pampa ging’s nach Cordoba. In der zweitgrössten argentinischen Stadt schlenderten wir durch die Fussgängerzonen und nahmen uns Zeit, auf den kolonialen Plaza’s das umtriebige Geschehen zu beobachten.

Nur eine Stunde von Cordoba entfernt mitten in den Hügeln, liegt das beschauliche Dorf Alta Gracia. Zwei Tage – zwei nennenswerte Ereignisse: Zuerst besuchten wir das ehemalige Wohnhaus der Familie Guevara in welchem der weltberühmte Revolutionär Ernesto „Che“ Guevara seine Jugend verbrachte. Das Haus wurde in ein interessantes Museum umgestaltet und die Wände sind gespickt mit Fotos und Relikten aus seinem Leben. Und dann, liebe treue Blogleser, war mal wieder so ein Moment, den man fast nicht für möglich hält … und das ja nicht zum ersten Mal auf unserer Reise: Im immerhin 8. grössten Land der Welt, mitten auf der Strasse in diesem „Nest“, ist uns doch tatsächlich ein bekanntes Gesicht aus Emmenbrücke über den Weg gelaufen. So ein Zufall, wie klein die Welt doch manchmal ist. Stefan Brun und seine Freundin Sandra waren zur selben Zeit am selben Ort. Auch sie sind auf einer Weltreise, soeben vor 3 Wochen gestartet, sie haben noch ein ganzes Jahr vor sich. Das gab natürlich viel zu plaudern und erzählen und wir tauschten die einen oder anderen Tipps aus. So cool! @ Sandra & Stefan: Wir wünschen euch beiden eine unvergessliche Zeit!

Im Augenblick sind wir in Rosario, 300km vor Buenos Aires. So langsam ticken auch unseren Uhren „argentinisch“ und so haben wir uns hier hauptsächlich nachtaktiv bewegt. Denn, vor 10 Uhr abends sind die Restaurants menschenleer und das Nachtleben startet selten vor 2 Uhr morgens. Also, zuerst viel gutes Fleisch essen, dann mit Bier und Wein nachspülen und zum Schluss ab in den Club mit den „Argentinios“ abtanzen.

Buenas noches!

Montag, 25. Oktober 2010

Chile in "extremis"

Hey fellas! Die letzten knapp 14 Tage haben wir in Chile verbracht Mit 4'200 km extrem lang, extrem schmal und eingeklemmt zwischen Pazifik und den hohen Anden ist Chile ein Land voller Extreme. Deshalb – ihr könnt es fast erahnen – ist auch dieser Beitrag „extrem“ … :-)

Herkommend von Peru, sind wir ganz im Norden nach Chile eingereist. Obwohl wir in Arica, unserem ersten Aufenthaltsort, nur ca. 15 km von der peruanischen Grenze entfernt waren, merkten wir schnell, dass hier die Uhren anders ticken; weniger farbig und alles ein bisschen mehr europäisch. Diese Region ist geprägt von extremer Trockenheit und so gilt Arica als die trockenste Stadt der Welt. Statistisch gesehen regnet es hier jährlich mal gerade soviel, dass es ein ganzes Jahrzehnt benötigen würde, um ein Kaffeetassli mit Regenwasser zu füllen.

Unter extremen Bedingungen anderer Art wurden die „33“ – wie hier die verschütteten Mineure genannt werden – in die Freiheit gekapselt. Während 3 Tagen berichteten die TV-Sender ununterbrochen und auf den Strassen war die Rettung das dominierende Gesprächsthema. Auch wir fieberten bei diesem „Nationalereignis“ mit.

Nach einer extremen Busfahrt – extrem lang und extrem bequem – erreichten wir frühmorgens San Pedro de Atacama. Mitten in dieser extremen Umgebung scheint sich wiedermal die internationale Backpacker- und Sandalenträger-Gemeinde zu treffen. Nicht ohne Grund: Das Dörfchen ist mit seinen Adobe-Häusern und vielen netten Cafés & Hostels äusserst charmant und die umliegende Landschaft schlichtweg hammermässig. Extreme Kälte und extreme Hitze geben sich hier die Klinke in die Hand; am Morgen liegen die Temperaturen noch knapp um den Gefrierpunkt und tagsüber wird die 30 Grad Grenze locker geknackt. Und so vielfältig präsentiert sich auch diese Wüste von Atacama. Mit einer geilen „Gelände-Tourbus-Touri-Tour“ gings zuerst zum grossen Salzsee, wo die grazilen pinken Flamingos ihr Zuhause haben. Weiter holperten wir hinauf, nochmals auf das Anden-Hochplateau auf über 4'000 m.ü.M. und genossen da den Ausblick über die Lagunen und die dahinterliegenden Vulkane. Grossartig!

Busfahrt Nr. 2 führte uns um weitere rund 2'000 Kilometer südwärts, mitten in die Tristesse von Chiles Mittelland. In dieser Region gibt es nicht so viel, an was man sich erfreuen könnte. Doch genau diese Öde und Trockenheit bietet beste Voraussichten für ein Erlebnis der etwas anderen Art: Ein Blick in die Sterne. Im Observatorium von Mamalluca betrachteten wir durch das Teleskop unser Planetensystem, ferne Galaxien, geheimnisvolle Sterne und unserem Erdtrabanten fühlten wir uns so nah wie noch nie. Extrem aufregend!

Zurück aus dem All sind wir mitten in der Grossstadt gelandet. In der chaotischen Hauptstadt Santiago war 2 Tage lang City-Sightseeing angesagt. Und da sind wir doch tatsächlich ganz unerwartet vor dem Präsidentenpalast auf die „Kapsel über die die Welt berichtet“ gestossen. Hunderte von Chilenen huldigten den neuen Liebling der Nation, die Fenix 2 (gibt’s eigentlich auch eine Fenix 1?)

Unsere letzten Tage in Chile verbringen wir noch am Meer, im extrem schönen, extrem hügeligen und extrem bunten Künstlerstädtchen Valparaiso. So, ein letzter Blick auf den Pazifik und wir verlassen das Land über die Anden und reisen nach Argentinien ein. Wir freuen uns extrem auf Fleisch, Fleisch, Fleisch, Fleisch, Fleisch, Fleisch, Fleisch, Fleisch, Fleisch … Wein und Tango.

So, das waren jetzt 19 „extreme“ … wir fanden’s extrem lustig :-) (nun sinds sogar 20)

Ach ja …. für alle die es wissen wollen … mittlerweile haben wir unsere Heimreise organisiert. Die nächsten 3 Wochen werden wir in Argentinien verbringen. Dann geht’s von Buenos Aires an Mexiko’s Karibikküste nach Playa del Carmen, 2.5 Wochen Badeferien rufen (wir wollen ja schliesslich erholt und gebräunt in die Schweiz zurückkehren). Anschliessend fliegen wir zum Christmas Shopping nach New York City, und weil wir sowieso über Dublin nach Zürich fliegen, statten wir auch dieser Stadt noch einen letzten Besuch ab und werden in den Pub’s des legendären Temple Bar Bezirks das eine oder andere Guiness kippen. Und am 18.12., knapp vor 14.00 Uhr setzen wir nach 18 Monaten wieder auf heimatlichem Boden auf und dann habt ihr uns definitiv wieder am Hals. Hehehe!

Donnerstag, 14. Oktober 2010

"Höhe"punkte in der Inka-Welt

Die letzte Woche waren wir im Höhenrausch der peruanischen Anden. Hoch hinauf ging’s zuerst mit dem Flugzeug, von Arequipa nach Cusco, und von dort gleich weiter in das sagenumwobene Heilige Tal der Inkas. Ausgangspunkt für unsere Inka-Exploration war das Dorf Ollantaytambo, erbaut auf jahrhundertealten Mauern und umgeben von hohen Bergen, Terrassenbauten und alten Ruinenanlagen.

Früh morgens um halb 6 stiegen wir in den Zug und fuhren mit der aufgehenden Sonne im Rücken tiefer hinein ins Tal, und während sich die Vegetation allmählich von trocken-staubig zu feucht-grün änderte, stieg mit jedem zurückgelegten Kilometer unsere Spannung auf das Highlight unserer Südamerika-Reise. In der letzten Etappe brachte uns der Bus die Serpentinenstrasse hinauf … und dann waren wir da. Mitten im Urwald von Peru, auf 2400 m.ü.M., liegt die geheimnisumwitterte Stadt Machu Picchu. Der erste Anblick war einfach nur wow; wir fanden’s unheimlich schön! So kraxelten wir ein paar Stunden durch das alte „Gemäuer“ und hin und wieder – nebst unzähligen Touristen – kreuzte sogar das eine oder andere Lama unseren Weg.

Für alle Interessierten, hier ein Geschichts-Quickie: Erbaut im Jahre 1450 n. Chr. von den Inkas, 100 Jahre später verlassen, entdeckt 1911 vom Amerikaner Hiram Bingham, heute grösste Touristenattraktion Südamerika’s mit 2'000 Besuchern täglich.

So, genug gelernt. Weiter ging’s mit unserem Privatchauffeur Roberto. Er verlangte seinem Toyota Corolla Kombi (irgendwie hat jeder Peruaner ein solches „Chärri“ wie wir mal eines hatten) wirklich alles ab; hoch und immer höher, auf unbefestigter Strasse, schraubte er uns mit Sack und Pack beladen auf 3500 Meter Höhe. Dort besichtigten wir die ringförmigen Agrarterassen von Moray und die Salzminen von Maras. Auch hier waren wir beeindruckt. Doch fast noch mehr beeindruckt waren wir von der schönen Natur und der traditionellen Lebensweise der Menschen.

In Cusco – der Hauptstadt des Inka-Reiches – gönnten wir uns ein paar Tage Verschnaufpause. Naja gut, zu verschnaufen gab es ehrlich gesagt eigentlich nicht so viel, eher zu schnaufen gab’s auf 3400 m.ü.M. Nur bei der geringsten Anstrengung in dieser hügeligen Stadt haben wir auf Zeitlupentempo umgestellt und unsere Pumpen liefen auf Hochtouren. Cusco ist eine reizvolle Stadt mit wunderschönen kolonialen Kirchen, Plätzen und Gassen. Und auch trotz (oder vielleicht gerade wegen?) den vielen Touristen, wird hier die traditionelle Lebensweise gepflegt.

Mit dem Inka-Express-Bus verliessen wir Cusco und toppten die Höhemarke unseres Trips um ein paar weitere 100 Höhenmeter … die Luft wurde immer dünner und dünner und die Landschaft immer schöner und schöner: Lamas, Hirten und Lehmhäuser … als schien die Zeit stillgestanden zu haben. Auf der landschaftlich surrealen Hochebene des Anden-Altiplano’s erreichten wir schliesslich den geografischen „Höhe“punkt unserer Weltreise – auf 4338 m.ü.M. (zum Vergleich: das sind 140 Meter weniger hoch als das Matterhorn). Von da ging es wieder runter, auf „nur“ 3800 Meter, nach Puno an den Titicaca-See. Auf dem höchstgelegenen navigierbaren See der Welt liessen auch wir uns navigieren und zwar zu den einzigartigen floating villages von Uros.

Diese ereignisreiche Woche endete schnurstracks, und somit endete auch unsere 3-wöchige Zeit in Peru. Wir erinnern uns gerne an freundliche Menschen, farbige Märkte, alte Traditionen und natürlich nicht zu vergessen die eindrückliche Landschaft.

Mit dem Bus haben wir nun die Grenze zu Chile überquert, und jetzt schau’n mer mal wie und wo es weitergeht.

Montag, 4. Oktober 2010

Unterwegs auf der Panamericana

¡Hola amigos! Wieder etwas Zeit ist vergangen und mittlerweile haben wir den Kontinent und die Sprache gewechselt. ¡Bienvenido América del Sur!

Vor dem kurzen Stop-Over in Panama konnten wir sogar noch schnell auf den Panamakanal runter güggslen. Und schon bald tauchten die schneebedeckten 6’000er der Anden links unter unserem Flügel auf. Gelandet sind wir dann aber auf Meereshöhe und die ersten Südamerika-Eindrücke haben wir in Peru’s Hauptstadt Lima gesammelt: Farbig, laut, chaotisch, staubig, freundlich, improvisiert und total spannend. Wir finden’s super! Nur die ungeheuren Abgase machten unseren Augen und Lungen ziemlich zu schaffen. Uns hat diese Stadt, die sicherlich nie einen Schönheitswettbewerb gewinnen wird, trotzdem begeistert. Von den ersten Eindrücken waren wir so „auf der Schnörre“, dass die eine Hälfte von uns ein Erdbeben der Stärke 5,7 nachts um 3.00 Uhr sogar verschlafen hat. 30 Sekunden lang hat’s gerüttelt und geschüttelt wie wild, doch 50% von uns war nicht wach zu kriegen.

Unsere erste Fahrt im superbequemen und topmodernen Bus (da könnten sich die Ami’s eine Scheibe abschneiden) führte auf der Panamericana südwärts in die Wüste nach Nazca. Nazca ist weltberühmt für die Linien und Figuren im Wüstensand und selbstverständlich haben wir uns diese mysteriösen, jahrhundertealten Geoglyphen auch angeguckt. Aliens haben wir keine gesichtet und auch Erich von Däniken sind wir nicht über den Weg gelaufen. Das heisse, staubtrockene Nazca liessen wir dann hinter uns und weiter ging die Reise, entlang an der schönen Küste Peru’s nach Arequipa. Mit dem tosenden Meer auf der einen Seite, und der trockenen Hügellandschaft auf der anderen Seite verging die 10-stündige Fahrt wie im Flug.

Arequipa – die weisse Stadt – haben wir uns nebst der wunderschönen kolonialen Altstadt und den traditionellen Lebensweisen aus zwei weiteren Gründen für einen 10-tägigen Aufenthalt ausgesucht: 1. Spanisch lernen und 2. Akklimatisieren auf höhere Höhen. Arequipa liegt nämlich auf 2'400 m.ü.M. und eignet sich deshalb bestens, unseren Körpern die Erklimmung der 3- bis 4'000 Meter hohen Anden zu erleichtern. Zwei Fliegen mit einer Klappe also. Und dies in dieser tollen Stadt am Fusse des 6'000er Vulkans „El Misti“. Die Schulbank zu drücken hat uns grossen Spass gemacht, und dank den netten, charmanten Lehrerinnen und Privatunterricht haben wir das eine oder andere Wörtchen Spanisch gelernt. Nebst Spanisch büffeln blieb aber noch genug Zeit, sich auf Land und Leute einzulassen und die südamerikanische Lebensweise der Städter auf uns wirken zu lassen. Bei einem Ausflug auf’s Lande konnten wir ausserdem einen ersten Einblick in die traditionelle, ländliche Lebensweise erhaschen.

Für uns wird die Luft jetzt im wahrsten Sinne des Wortes dünner; wir steigen auf das Hochplateau der Anden auf, tauchen ein in die Welt der Inkas und werden uns in den nächsten Tagen zwischen 3'000 und 4'000 Metern über Meer bewegen. Kurz Luft holen – es bleibt spannend.

Montag, 20. September 2010

Californication

Nach den hektischen, flashigen Momenten in Las Vegas sind wir wieder nach Kalifornien zurück gekehrt und haben in der Stille des Death Valley’s den absoluten Gegensatz zu der Glitzerstadt vorgefunden. Mit unserem Offroader fuhren wir ein paar tolle Fotospots an und erfreuten uns an der eindrücklichen, öden, furztrockenen Landschaft. Beeindruckend!

Vom Tal des Todes ging es dann weiter ganz an den Südzipfel Kaliforniens, nach San Diego. In dieser lebensfrohen Stadt gönnten wir uns nach unserem Wüstenausflug zuerst einen Tag am schönen Strand. Am nächsten Tag bummelten wir dann ein bisschen durch Downtown und das Hafenviertel und boardeten schliesslich auf dem ausgedienten Flugzeugträger der USS Midway. Die Tour durch diese „eiserne Stadt“ führte uns durch den Bauch des Schiffes und bis hinauf auf das Flugdeck und den Kontrollturm. Das war doch mal ein eindrückliches Erlebnis der etwas anderen Art.

Am richtigen Ort, zur richtigen Zeit … genau das waren wir dann. Und die Wellen-Vorhersagen versprachen ein riesiges Spektakel. Doch, wovon reden wir überhaupt? 70 Meilen nördlich von San Diego, in San Clemente, fand der 6. (von 10) Tourstopp der Surf Weltmeisterschaft statt. Die besten 36 Surfer der Welt massen sich am Hurley Pro in den Wellen von Trestles. Das durften wir uns natürlich auf keinen Fall entgehen lassen. So verbrachten wir also 3 Tage am Strand und bestaunten die Tricks und „moves“ der Pro’s. Ziemlich beeindruckend, was die Jungs mit einem Brett an den Füssen in 2-3 Meter hohen Wellen anstellen können. Schlussendlich hat es 9-time Worldchampion Kelly Slater dann mal wieder gerichtet und das fette Preisgeld von USD 105'000 abgesahnt. (Das Video mit den Highlights vom Finaltag ist angehängt.)

So, nun sitzen wir am Flughafen LAX Los Angeles und warten auf unseren Flug. Unser 4-monatiger Roadtrip durch Kanada und die USA sind vorbei, nun wartet Südamerika auf uns.

Anmerkung der Redaktion:
Planänderung. Eigentlich hatten wir ja vor, die nächsten Wochen in Mexico zu verbringen. Doch heftige Regenfälle und Überflutungen an der Westküste, und hereinströmende Hurricanes an der Ostküste machten uns einen Strich durch die Rechnung. So wurde zum Beispiel das Städtchen, welches wir uns als Ausgangspunkt für einen 2-wöchigen Aufenthalt ausgesucht hatten, weitgehend von der Umwelt abgeschnitten, indem Brücken eingestürzt und Strassen eingebrochen sind. So haben wir uns umentschieden, lassen Mexico zumindest für den Moment aus und fliegen nun direkt nach Südamerika, genauer gesagt nach Lima, Peru. Auch nicht schlecht, oder?

Mit dem Bereisen von Südamerika beginnt jetzt der „Anfang vom Ende“ unseres Trips: Die letzten 3 Monate sind angebrochen. Es soll irgendwie von Peru durch Chile nach Argentinien gehen, doch Genaues haben wir noch nicht geplant. Aber Planen könnt ihr schon mal, liebe Freunde, Fans und „Verfolger“ zu Hause: Für Weihnachtsgeschenke wären wir wieder persönlich verfügbar, und auch Silvester-Einladungen könnten wir annehmen :-)



Sonntag, 12. September 2010

What happens in Vegas ...

… stays in Vegas … also dürften wir ja eigentlich theoretisch gar nichts darüber erzählen. Hmm. Tun wir aber für euch Wundernasen trotzdem. Jedoch später … zensierte Version wohlgemerkt!

Die letzten 10 Tage waren wir zu viert unterwegs. Unsere Freunde aus der Schweiz, Valentina und Phippu, verbringen 3 Wochen in Kalifornien und so konnten wir es uns einrichten, einige Zeit gemeinsam zu reisen. Kurz bevor wir die beiden jedoch am Flughafen LAX freudig in Empfang nahmen, tauschten wir nochmals unser Mietauto ein und wir holten unseren neuen „fetten Schlitten“ (diesmal ein Ami-Style SUV) am Flughafen ab.

Von Aileen’s Insider Tipps konnten wir nun profitieren und so führten wir die beiden in zwei Tagen ruckizucki durch Los Angeles und fuhren die Top-Spots ab: Hollywood, Rodeo Drive, Sunset Strip, Beverly Hills, Melrose Avenue, Santa Monica und Venice Beach. Und natürlich nahmen wir uns auch Zeit für Promi-Spotting und fuhren mit der ultimativen „Star-Map“ verschiedene Villen – nun ja, eigentlich sind es ja eher Paläste – an. Doch mehr als die imposanten Eingangstore bekamen wir leider nicht zu Gesicht. Aufregend und lustig war’s trotzdem. Und, so ganz unerwartet ist uns dann im Supermarkt doch noch ein Schauspieler über den Weg gelaufen: David Sutcliffe, bekannt aus Gilmore Girls und Private Practise.

Am dritten Tag kehrten wir der riesigen Stadt den Rücken und machten uns auf zum Grand Canyon. Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Geisterstadt Calico kam die grosse Schlucht. Beim Grand Canyon hatten selbst wir weitgereisten Globetrotter das absolute Wow-Erlebnis: 1600 Meter schaut man in die Tiefe und sieht, wie sich der Colorado River durch das Tal schlängelt. Der Canyon scheint unendlich weit zu sein und die Felsformationen sind schlichtweg imposant. Abends gönnten wir uns dann ein kühles Blondes und ein feines Rippchen in Williams an der legendären Route 66.

Tja, und dann kam Las Vegas! 5 Tage haben wir in dieser verrückten, glitzrigen Stadt verbracht. Saufen, Zocken, Weibereien … nicht umsonst wird sie Sin City genannt. Unseren wenigen Schlaf holten wir uns im „Spartakus“ Zimmer des hippen Planet Hollywood Hotel & Casino’s. Vom Bett im 30. Stock hatten wir einen absolut fantastischen, unschlagbaren Blick direkt auf das Bellagio und sein famoses Wasserspiel. Vom ersten Augenblick an waren wir elektrisiert und total begeistert. Let’s get the party started! Unsere ersten Dollars haben wir an den einarmigen Banditen und am Glücksrad verspielt, doch der erhoffte Jackpot-Gewinn blieb vorerst leider aus. Hmmm … macht nichts, wir hatten trotzdem ein riesen Gaudi!

Haben wir dann endlich mal den Ausgang des riesigen Casino-Labyrinth’s gefunden, fanden wir uns mitten auf dem blinky-blinky 24/7-betriebigen Las Vegas Strip. Ein Fantasy Megahotel reiht sich dort ans andere: Paris, New York New York, MGM, Cesars Palace, The Venetian und viele mehr. Aussen wie innen sind sie unglaublich toll gemacht und verleiten einem ständig dazu, einen Dollar oder auch zwei, drei … spontan einzusetzen. Super! Ach ja, Shows gibt’s ja auch noch. Unendlich viele sogar. Wir haben uns für den Magier schlechthin entschieden und verblüfft zugesehen, wie David Copperfield unter anderem ein Auto hervorzauberte und Zuschauer verschwinden liess. That’s Vegas, that’s crazy!

Nach 4 Tagen in dieser Stadt zogen unsere beiden Gspändlis weiter nordwärts (Vale und Phippu: Es war super mit euch!). Wir zwei blieben noch eine weitere Nacht in Sin City, allerdings im „old school“ Downtown. Dort gibt’s zwar gleich viel Geblinke wie am Strip, dafür weniger Glitzer & Glamour. Ein Erlebnis der anderen Vegas-Art abseits des Strips, aber auch absolut sehenswert.

Und schlussendlich verlassen auch wir heute Las Vegas mit ein paar Dollars weniger im Reisekässeli, vielen unvergesslichen Erinnerungen im Gepäck und dem Gefühl, nicht das letzte Mal hier gewesen zu sein. Es war sooooo geil!

Donnerstag, 2. September 2010

Stadt der Engel

In Los Angeles beginnt dieser Blogeintrag und in Los Angeles endet dieser auch wieder …

Bekanntlich haben wir die Stadt der Engel nach einer ersten kurzen Stippvisite hinter uns gelassen und haben uns in das charmante Wüstenstädtchen Palm Springs zurückgezogen. Huuuuui, heiss war’s dort! Sehr heiss sogar! Die Sonne brutzelte erbarmungslos … und das Thermometer kletterte tagsüber auf 117 Grad … gut, zugegeben, Fahrenheit natürlich. Doch umgerechnete 47 Grad Celsius (wohlgemerkt im Schatten) tönen doch auch ganz rekordverdächtig. Ja, bei diesen Temperaturen ist es nicht verwunderlich, dass wir die 4 Tage fast ausschliesslich wie tote Fliegen am und im Pool lagen und darum bemüht waren, nicht zu überhitzen.

Doch wir sind hart im Nehmen, rafften uns auf und machten zwei kleine Ausflüge: Einmal hoch mit der rotierenden Seilbahn auf den Berg St. Jacinto, von wo aus man einen herrlichen Ausblick über Palm Springs hat. Der zweite Abstecher führte uns in den sagenhaften Joshua Tree Nationalpark. Tausende Palmlilien geben dort ein bizarres, einzigartiges Bild ab.

Und dann? Back to the coast nach Orange County – oder bekannter als O.C.! Auf ging’s in die US-Surfcity schlechthin, nach Huntington Beach. Hier dreht sich wirklich alles um den Sport mit dem Brett und den Wellen, kalifornische Strandkultur par excellence. Also beste Voraussetzungen für einen hohen Wohlfühl-Faktor. Über das schicke Newport Beach ging es dann schlussendlich wieder zurück nach Los Angeles, wo wir einer Einladung von Aileen folgten. Aileen ist eine Freundin aus guten alten Red Bull Tagen. Sie bot uns an, in ihrem wunderbaren Haus im hippen West Hollywood zu wohnen. Doch damit nicht genug, sie nahm sich richtig viel Zeit und zeigte uns L.A. durch ihre Augen. So wurden wir in die schicksten Viertel und angesagtesten Restaurants geführt, und dies jeweils mit viel Insider Wissen. Wir hatten also das rundum Verwöhn-Local-Programm. @ Aileen: Special thanks to you, it was wonderful!

Und nun, mit all dem Knowhow ausgestattet, sind wir bestens vorbereitet für unseren Besuch aus der Heimat. Valentina und Phippu werden in Kürze in L.A. landen und wir freuen uns, sie am Flughafen zu empfangen. So „cut“, nix wie los!


Dienstag, 24. August 2010

No. 1

Zurück an der kalifornischen Pazifik-Küste in Santa Cruz zog es uns gleich an den Strand zum Boardwalk, ein amüsanter Vergnügungspark aus den 60er/70er Jahren. Die Temperaturen waren mit 17 Grad nicht ganz so strandfreundlich, doch nachmittags löste sich wenigstens der Nebel auf und wir konnten doch noch ein paar schöne Fotos schiessen.

Weiter ging unser Roadtrip auf dem legendären Highway No. 1 durch das beschauliche Monterey, vorbei an Big Sur und weiter südlich nach Cambria. So herrlich die Landschaft auch sein mag, leider war es uns nicht vergönnt, diesen Küstenabschnitt bei Sonnenschein zu geniessen. Wir sassen mal wieder in der dicken Nebelsuppe fest. Schon eigenartig dieses Phänomen. Die Wolken scheinen richtig am äussersten Zipfel der Küste zu kleben. Die riesigen See-Elefanten bei Cambria störte dies aber äusserst wenig. Von dort aus haben wir einen Ausflug zum Hearst Castle unternommen. Ein extravagantes Schloss, welches auf einem Hügel mit Sicht auf die Pazifik thront.

Im total schicken Santa Barbara haben wir den Nebel aber endgültig hinter uns gelassen, yeah! Santa Barbara ist genauso, wie wir uns die Küste Kaliforniens vorstellten: Sonnenschein, palmengesäumte Strassen, schöne Strände, protzige Villen, mondäne Einkaufsstrassen und teure Autos. Eine lebenswerte Region, wenn man das nötige Kleingeld hat.

Über Malibu sind wir dann in die „Stadt der Engel“ eingefahren. Unser erster Los Angeles Stopp war voll und ganz der Filmindustrie Hollywoods gewidmet. In zwei Tagen haben wir einen kurzen Blick auf die Sterne des Walk of Fame erhascht und die Universal und Warner Brother Studios besichtigt. Dort konnten wir einen Blick hinter die Kulissen von Hollywood erhaschen und fuhren durch Filmsets und –studios. Unglaublich, wie klein diese Sets in Wirklichkeit sind, und wie gross sie dann auf der Leinwand erscheinen. Wir fanden es absolut spannend, mal zu sehen, wie und wo diese Blockbuster entstehen und wie überall getrickst und „bschisse“ wird.

Das absolute Highlight aller Highlights - und auch der Grund, weshalb wir diese 2 Tage L.A. vorgezogen haben - war, dass wir es geschafft haben, heiss begehrte Tickets für die Live Aufzeichnung der aktuellen No. 1 Sitcom „Two And A Half Men“ (Mein cooler Onkel Charlie zu deutsch) zu ergattern. So sassen wir doch tatsächlich im Publikum einer Folge der 8. Staffel und sahen Charlie, Alan, Jack und Berta aus nächster Nähe bei den Aufnahmen. Wow, das war ein wirklich cooles, unvergessliches Erlebnis, sind wir doch treue Fans dieser Serie. Doch leider durften wir keine Kamera mit ins Studio nehmen. Schade, aber verständlich natürlich. Und während wir so 4 Stunden am Filmset die ganze Szenerie genossen haben, hat Hauptdarsteller Charlie Sheen doch kurz mal schnell knappe 2 Mio US Dollar eingesackt. Not bad!

Unser erster Eindruck von L.A. war sehr positiv und wir freuen uns, die restlichen Sehenswürdigkeiten mit Vale und Phippu, unserem „Bsuech“ aus der Schweiz, abzuklappern. Bis es jedoch soweit ist, verziehen wir uns für ein paar ruhige Tage in die Wüste von Palm Springs.

Samstag, 14. August 2010

California Dreaming

If you’re going to San Francisco …. dann ist der Nebel nicht weit. Doch wir hatten noch einigermassen Glück und bei unserer Ankunft bot sich uns ein wunderprächtigen Blick auf die eindrückliche Golden Gate Bridge. Ziemlich majestätisch, wie sich diese Brücke über die Bucht von San Francisco spannt. Und die Fahrt darüber war nicht minder eindrucksvoll. Das wichtigste Highlight also konnten wir gleich zu Beginn abhaken und die restlichen 4 Tage nahmen wir uns Zeit, die weiteren Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Rauf und runter, rauf und runter… da bietet es sich doch an, ab und zu auf ein legendäres Cable Car aufzuspringen. Wir besichtigten die umtriebige Fishermen’s Wharf mit tollem Ausblick auf die Gefängnisinsel Alcatraz. Was sonst? Chinatown, Little Italy und die schönen viktorianischen Viertel der Stadt, alles gesehen, alles super gefallen. Und zum Abschluss ging es noch zum Hippie-Gucken ins Epizentrum des Summer of Love ´69 nach Haight / Ashbury.

San Francisco ist eine schöne Stadt mit viel Charme und Stil, es hat uns sehr gut gefallen. Nur das Wetter hätte ein bisschen besser sein können. Apropos Wetter: An der kalifornischen Küste herrscht derzeit ein untypisch kalter Sommer; nassgrau, neblig und kühl. Doch keine 10 Meilen landeseinwärts brutzelt die Sommersonne gnadenlos herab und das Thermometer fällt selten unter die 30 Grad Grenze. Deshalb änderten wir kurzfristig unseren Plan und verliessen „Frisco“ Richtung Sonne. Doch nicht, bevor wir die engen Kurven der berühmten Lombard Street runter gefahren sind.

Soweit so gut. Den Nebel haben wir hinter uns gelassen und die kurzen Hosen wieder „montagiert“, unser Rucksäckli gepackt und die Wanderschuhe geschnürt. Im herrlich prächtigen Yosemite Nationalpark erfreuten wir uns an der eindrucksvollen Landschaft der Sierra Nevada. Ja gut, die Einzigen waren wir nicht gerade. Da derzeit höchste Hochsaison ist, war der ganze Park sehr busy. Doch die Traumlandschaft mit ihren grünen Wiesen, spiegelnden Gewässern und gigantischen Granitfelsen entschädigte für die Menschenmassen und der Ausflug war ein Hit.

Von den hohen Bergen zu den hohen Bäumen … Genauer gesagt zu den höchsten, dicksten und ältesten der Welt. Die wuchtigen, rostroten Sequoia’s im gleichnamigen Nationalpark strapazierten unsere Nackenmuskulatur. Vor lauter staunendem Hinaufschauen auf die über 80 Meter hohen Riesen hatten wir am Ende des Tages beinahe eine Nackenstarre. Woooow!

Wir starten nun nochmals einen Versuch mit der Küste, packen uns schon mal warm ein, schalten die Nebellampen an und hoffen doch noch, dass sich die Sonne am Küstenabschnitt des legendären Highway No.1 blicken lässt.

Mittwoch, 4. August 2010

Westwärts

Startpunkt unserer Reise an den Pazifik war Salt Lake City. In Utah’s Hauptstadt haben unübersehbar die Mormonen das Sagen. Dort schleichen sie nämlich alle bewaffnet mit dem Buch des Heiligen Mormon durch den monumentalen Tempelsquare in der Innenstadt. Irgendwie fühlten wir ständig die bohrenden missionierenden Blicke im Nacken und als wir dann einen kurzen Ausflug in die heiligen Hallen dieser „Sekte“ machten, umgab uns eine künstliche wir-haben-uns-alle-lieb-Aura. Komisch war’s … also nix wir raus und ab in die Berge ins nahe gelegene Park City. Im weltbekannten Skisport-Ort besichtigten wir die Austragungsstätte der Winterolympiade 2002, wo einst „unser Simi“ zu Doppelgold geflogen ist. Die historischen Gebäude des Silberstädtchens und die idyllische Berglandschaft haben uns sehr gut gefallen.

Von den Bergen ging’s dann hinunter in die Salzwüste. Rund um den grossen Salzsee hat die Natur ein skurriles, einzigartiges Bild geschaffen: Schneeweiss, topf-eben und fast bis in die Unendlichkeit (so scheint es) erstreckt sich dieses Gebiet. Dort befindet sich der bekannte Bonneville Speedway, auf welchem immer wieder legendäre Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt werden. Auch wir drehten selbstverständlich mit unserem Auto eine kurze Runde.

Bevor wir westwärts nach Reno (Nevada) aufbrachen, schauten wir uns in Salt Lake City noch schnell die grösste Kupfermine der Welt an. Das Loch ist so tief, dass das Empire State Building locker darin Platz fände. Eindrücklich! Kaum sind wir in Nevada über die Grenze gefahren, klimperte und dröhnte es uns aus den unzähligen Spielautomaten entgegen. An jeder Ecke gibt es einen einarmigen Banditen. Von den vielen Verlockungen in Reno liessen wir uns aber nicht in Versuchung führen, wir sparen uns diesen Spass für Las Vegas auf. Vale & Phippu: Mit euch lassen wir es dann so richtig krachen, yeah!

Nach diesem Nevada-Quickie genossen wir ein paar ruhige Tage am schönen Lake Tahoe in Kalifornien. Weiter gegen Westen fuhren wir durch die Sierra Nevada und hinab ins Goldcountry „El Dorado“, vorbei an alten Städtchen des kalifornischen Goldrausches. Und so landeten wir schliesslich in Sacramento, der Hauptstadt von Kalifornien. Dort besuchten wir das Capitol und hielten Ausschau nach dem „Gouvernator“. Leider liess sich „Arnie“ aber nicht blicken.

In der letzten Etappe unseres Roadtrips nach Westen haben wir einen Abstecher ins bekannte Weingebiet Napa Valley unternommen. Viele schöne Weingüter haben wir uns angeschaut und wir liessen es uns nicht nehmen, das eine oder andere feine Tröpfchen zu probieren.

Ja … und dann war schon der Pazifik in Sichtweite und im Horizont bohrte sich die rote Golden Gate Brücke durch die sommerlichen Nebelschwaden. Ein unglaublicher Anblick. Doch mehr davon beim nächsten Mal …

Samstag, 24. Juli 2010

Wild Wild West

In den letzten 10 Tagen sahen wir öfters Rot ;-) Rote Erde, rote Monolithen und Felsbögen, glutrote Sonne … und rot waren ab und zu auch unsere Köpfe; denn auch hier spricht man von einem Rekordsommer und das Thermometer klettert täglich locker über die 40 Grad Grenze. Da heisst es viel trinken, immer schön dem Schatten nach und ab und zu in einen erfrischenden Pool springen.

Im wüstenartigen Südwesten Utah’s haben wir mehrere Nationalparks besucht, einer spektakulärer als der andere. Wir sind durch die bizarren Felsformationen und Schluchten des Zion Nationalparks, Bryce Canyons und Antelope Canyons gewandert und haben das Farbspiel der Natur bewundert. Zwischendurch machten wir beim Lake Powell Halt. Danach machten wir uns mit unserem „vierrädrigen Gaul“ auf den Weg ins Land der Navajo Indianer zum Monument Valley. Dieser Anblick war gigantisch. Es fehlte nur noch, dass ein Marlboro-Man-Cowboy hinter den weltbekannten roten Tafelbergen hervorgeritten kam.

Unser nächster Nationalpark-Stopp versetzte uns um 1000 Jahre zurück. Im Mesa Verde NP besichtigten wir die alten Steinruinen der Pueblo Indianer. Unglaublich wie diese Dörfer in die Felsen hinein gebaut wurden. Um das Cowboy-Indianer-Gleichgewicht wieder herzustellen, waren jetzt die Cowboys wieder an der Reihe. Deshalb verschlug es uns in die beiden Städtchen Durango und Silverton in Colorado. Dort kam nochmals ein richtiges Wild-West-Feeling auf: Historische Häuser, geschichtsträchtige Saloons und wunderschöne Ranchs rundherum. Eine spektakuläre Passfahrt (zwischendurch waren wir sogar auf 3400 m.ü.M.) führte dann sogar an „Little Switzerland“ vorbei und wir durchquerten viele verlassene, alte Silberminen-Städtchen.

Krönender Abschluss unserer Wild-West-Reise war dann der riesige Arches Nationalpark. Dieser wundervolle Park mit seinen unzähligen Sandsteinbögen war unser persönlicher Favorit. Nun verbringen wir noch ein paar Tage in und rund um die Mormonen-Stadt Salt Lake City, bevor wir dann gegen Westen nach California weiterziehen.

Mittwoch, 14. Juli 2010

Reise nach Jerusa ... ääh: Yellowstone

Eine Busfahrt die ist lustig, eine Busfahrt die ist schön … das zumindest dachten wir uns, als wir in Seattle unsere 20-stündige Reise in die Wüste nach Salt Lake City antraten. Gut, die ersten 6 Stunden waren noch völlig okay. Als wir dann aber im „Nirgendwo von Idaho“ den Bus wechseln mussten, nahm das Theaterstück seinen Lauf. Zur Auswahl für die Weiterfahrt standen zwei völlig herunter gekämpfte Busse, einer schlimmer als der andere. Dazu kam noch, dass sie bereits bis fast auf den letzten Platz gefüllt waren. So glich das Besteigen des Busses eher einer „Reise nach Jerusalem“. Als dann doch noch alle ein Plätzli gefunden hatten und beide Busse bis zum Bersten gefüllt waren, konnte die fröhliche Fahrt endlich weitergehen. Hm … hoffentlich geht das nur gut, und die Bremsen halten, dachten wir uns. Und tatsächlich … nach nur einer Stunde gab Bus Nr. 1 (zum Glück nicht unserer, yeah) seinen Geist auf und die Passagiere strandeten in der Einöde. Wer weiss, vielleicht stehen sie ja immer noch da? Unsere Fahrt zumindest wurde fortgesetzt. Die restlichen 13 Stunden nun im Schnelldurchlauf: Der überforderte Chauffeur musste sämtliche Leute an den Stationen abwimmeln, der ganze Bus wurde mitten in der Nacht von der Polizei kontrolliert, und nachdem der Fahrer mitteilte, dass er die Klimaanlage abschalten müsse, da der Motor zu überhitzen drohte, waren wir mehr als froh, als wir morgens um 6 Uhr endlich in Salt Lake City einfuhren. Aussteigen, Gelenke entknoten und tiiiiief durchatmen. Das war ein Höllenritt! Wir hätten nie gedacht, dass wir solche Zustände in der sogenannten Weltmacht USA vorfinden würden. Ach, wie gerne haben wir uns an die Busse in Asien erinnert, wo wir sogar Ledersitze mit Massagefunktion und eigenem TV hatten. Trotz all dieser Umstände war doch die Landschaft äusserst reizvoll und es ergaben sich ein paar interessante Gespräche mit Amerikanern.

Mit dem neuen Mietauto fuhren wir von Salt Lake City direkt hoch nach Wyoming, in den grossartigen und vielfältigen Yellowstone Nationalpark. Tiere und Geysire (hier befinden sich die Hälfte aller Geysire weltweit) kommen hier ganz gross raus. Bei sommerlichen Temperaturen durchquerten wir in 2 Tagen die bunten geothermischen Gebiete, in denen es überall blubbert, zischt und dampft. Tiefe Canyons mit Wasserfällen und weite Ebenen mit Büffelherden runden dieses Bild von einer nahezu perfekten Natur ab.

Wir verliessen den Nationalpark durch das Land der Schoschonen-Indianer (dies ist keine Erfindung von Bully, diesen Stamm gibt es wirklich) und schlugen unser Tipi bei den Cowboys auf. In Buffalo Bill’s Heimatstadt Cody besuchten wir ein Rodeo. Das gehört quasi zum Pflichtprogramm, wenn man schon mal in der selbsternannten Hauptstadt des Rodeo’s weilt. Ein 2-stündiges, superinteressantes Cowboy-Spektakel mit Pferde- und Bullenreiten, Lasso werfen und Kälber einfangen … das ist Amerika pur – howdy hoo!

Da uns dieser Lifestyle so gut gefällt, werden wir auch die nächsten 2 Wochen in der Gegend der Cowboys und Indianer verbringen. Allerdings zieht es uns südwärts, in die Wüsten-Region rund um Arizona.

Mittwoch, 7. Juli 2010

Celebrations ...

… unter diesem Motto – könnte man sagen - haben wir die letzten 10 Tage verbracht. Eine Feier jagte die nächste. Gut, okay, das Ausscheiden unserer Fussball-Nati ausgenommen. Doch das war’s dann auch schon mit Downlights und Dämpfern.

Im beschaulichen Penticton, welches ca. 400 km östlich von Vancouver in der Weinregion des Okanagan Valley liegt, tanzte der Bär … äh Elvis. Wir hatten nämlich saumässiges Glück, dass wir genau an jenem Wochenende dort waren, an welchem in dieser Kleinstadt das grösste Elvis-Imitatoren-Open-Air-Festival stattfand. Nebst Elvis Doubles in Hülle und Fülle cruisten auch unzählige Oldtimer aus den guten alten Fifties & Sixties durch die Strassen. Das war super! Auch wir schwangen unsere Hüften zu den Welthits des „Kings“ und genossen die Zeit abseits des Touristenstroms mitten unter den Kanadiern.

Noch mit Elvis-Klängen in den Ohren, fuhren wir unsere letzte Etappe nach Vancouver. Hm … nach soviel schöner Natur und Wildlife mussten wir uns zuerst wieder in einer Millionen-Stadt zurechtfinden. In der Olympia Stadt haben wir uns die eine oder andere schöne Ecke angeschaut und zwischendurch blieb auch noch Zeit, um ein paar Matches der WM zu verfolgen. Olé España!!!

Genau richtig zum Canada Day (Nationalfeiertag am 1. Juli) haben wir mit der Fähre rüber nach Vancouver Island gesetzt, und sind in Victoria, der Hauptstadt von British Columbia, über Bord … äh, von Bord gegangen. Tätsch Bäng … wir fanden uns mitten unter Tausenden von rot-weiss gekleideten Kanadiern wieder. Wir feierten natürlich mit und sahen uns schöne Feuerwerk über dem Hafen an.

Schöne englische Kolonial-Architektur, maritimes Hafenflair und eine hippe Pubszene, das begeisterte uns in Victoria. Nach unseren tollen 3 Wochen in Kanada war dies ein würdiger Abschluss von diesem schönen Land.

Schiff ahoi hiess es dann wieder … diesmal überquerten wir die Grenze in die USA auf dem Seeweg. Schon die Einfahrt in den Hafen von Seattle machte uns „gluschtig“ auf die kommenden 4 Tage in dieser Metropole. Was gibt’s über Seattle zu erzählen? Als Heimat von Starbucks, Microsoft, Boeing und Amazon gilt sie als eine der innovativsten und wirtschaftlichsten Städte der USA. Von hier aus entstanden milliardenschwere Imperien. Im Stadtteil Belltown, die Wiege der Grunge-Musikszene, haben wir uns in einem trendigen Hostel eingerichtet. Hier ist sowieso alles auf Kunst, Mode und Musik ausgerichtet. Sowieso, man spürt und sieht überall den kreativen Groove der Stadt und das Erbe von Cobain & Hendrix ist immer präsent.

Mit der Kamera unter dem Arm zogen wir durch die verschiedenen Viertel von Seattle. Wir schlenderten durch den bekannten und äusserst geschäftigen Pike-Market, assen Fish & Chips in der Fishermen’s Wharf und der obligatorische Besuch auf der Space-Needle inklusive. Ein Wahnsinns-Ausblick auf eine Wahnsinns-Stadt. Das Aus“flügli“ zu den grössten „Flügli“ in den Boeing-Werken war sehr eindrücklich und spannend, vor allem für Remo.

So, nach so viel „Schauerei“ gab’s dann mal wieder „Knallerei“: Zuerst liessen wir zwei die Korken knallen und feierten am 3. Juli unser 1-year-away-from-home-Jubiläum. Unglaublich wie schnell die Zeit vergeht. Wir sind dankbar, dass wir in diesen 365 Tagen so viele so tolle Erlebnisse machen durften.

4. Juli – Independence Day: Unerwartet bescheiden wurde der Nationalfeiertag der USA in Seattle zelebriert, lediglich am Abend gab es ein würdiges, grosses Feuerwerk über der Stadt.

Soli, Seattle ist passé … uns hat’s super gut gefallen! Wir treten mal wieder eine Busreise an, diesmal nur läppische 20 Stunden :-) Ziel: Salt Lake City und umliegende Nationalparks.

PS: Für die Statistiker unter euch: Es gibt 93 Starbucks-Coffeshops in Seattle.

Donnerstag, 24. Juni 2010

Ro Ro Rocky Mountains

„Soli säit de Goalie“ … da sind wir wieder! Und selbstverständlich haben auch bei dem fulminanten Sieg unserer Nati gegen Spanien live am TV mitgefiebert! Olé!

Joooo, ond söscht???? Wir checkten das coole, trendige Whistler ab. Wo im Winter die Snowboarder und Skifahrer ihre Spuren durch den Tiefschnee ziehen, flitzen einem im Sommer die Mountain-Biker und Skater um die Ohren. Leider kamen wir einen Monat zu spät, sonst hätten auch wir uns noch kurz in den Powder stürzen können. Schade, vor allem Remo hat’s sehr gejuckt. Naja … ein anderes Mal vielleicht! Anstelle der Snowboard-Boots schnürten wir uns also die Wanderschuhe an die Füsse und stürmten so den Gipfel. Entspannung fanden wir anschliessend in der Sauna und im Whirlpool in unserer gemütlichen Unterkunft. Ja, und sogar ein Schwarzbär schaute noch kurz bei uns vorbei, als wir so chillig im Jacuzzi sassen… Whistler war super! Wir kommen definitiv mal im Winter zurück!

Danach folgten wir dem Ruf der Rocky Mountains. Hier eine kurz&knappe Zusammenfassung:

Turmhohe Berggipfel? Treffer! Sprudelnde, kristallklare Flüsse? Treffer! Massive Gletschereisplatten die sich ins Tal erstrecken und oben in den gezackten Gipfeln hängen? Treffer! Gewundene Strassen, auf denen das Autofahren echt Spass macht? Treffer! Und was ist mit einer nie zu enden scheinenden Menge an Tieren und den blausten Seen, die man je sehen wird, Wasserfällen, in die sich kaltes Schmelzwasser ergiesst, und Wandermöglichkeiten an jeder Ecke? Volltreffer!!!!

Im Jasper- und Banff-Nationalpark haben wir bei traumhaftem Sommerwetter 10 Tage dieses Postkartenpanorama genossen und die Gegend mit ihrer unberührten Schönheit entdeckt. Besonders Lake Louise hat es uns angetan.

Nach so vielen herrlichen Eindrücken haben wir nun uns für die nächsten 3 Tage in die Weinregion des Okanagan Valley’s zurückgezogen. Hier geniessen wir ein paar ruhige Tage und stellen uns auf das geschäftige Vancouver ein. Shops, Kneipen und Entertainment – Juhui!

Dienstag, 15. Juni 2010

Goldige Zeiten

Unsere letzte Nacht in Alaska verbrachten wir in Fairbanks, das nur knappe 200 km vom Polarkreis entfernt liegt. Damit haben wir den geografischen Höhepunkt unserer Reise erreicht. Da bot sich doch ein Bsüechli beim Samichlaus in North Pole an. Hohoho …

In einer Rekordgeschwindigkeit von nicht einmal 2 Minuten überquerten wir am nächsten Tag den Grenzübergang bei Little Creek von Alaska – USA - nach Kanada. Unsere Fahrt führte ins Herz des Yukon, nach Dawson City.

Dort hat uns das Goldfieber gepackt. Denn, um 1900 brach hier der Goldrausch aus, Tausende versuchten ihr Glück. Und auch wenn dieser Rausch bereits seit Jahren verblasst ist, spürt man noch heute viel von den goldigen Zeiten, wenn man durch die Strassen, vorbei an den historischen Gebäuden und Saloons schlendert. Auch wir versuchten unser Glück und schürften nach Gold im legendären Klondike River, mit bescheidenem Erfolg allerdings. Statt einem fetten Nugget gab’s lediglich Goldflöckchen.

Das kann ja nur noch besser werden, also ab ins Casino, dachten wir uns. Jetzt versuchen wir es halt mit Zocken. Aber auch dort „schäpperte“ es nicht. Dafür erfreuten wir uns an den drei Auftritten der „sexyhexy-Wildwest-Revue-Show“ der Can Can Girls von Diamond Tooth Gertie. Wir fühlten uns gleich um Jahrzehnte zurück versetzt. Das war grandios!

Nach Dawson City legten wir einen kurzen Zwischenstopp in Whitehorse ein, und danach, ob ihrs glaubt oder nicht, setzten wir uns satte 40 Stunden (nonstop) in den Greyhound. Runter ging’s 2’697 Kilometer auf dem legendären Alaska Highway entlang der Rocky Mountains nach Vancouver. Die Fahrt war laaaang und zääääääh, wurde aber dann doch dann und wann mal durch Bären-, Moose- und Büffel-Crossing unterbrochen. Fast wie auf einer Safari.

Wir haben in Vancouver ein neues Mietauto gefasst und sind gleich nach Whistler – Winter-Olymiastätte 2010 – gebraust. Hier haben wir unser Lager beim Gasthof Heidi aufgeschlagen, und werden uns dann in unserem nächsten Blog von unseren Erlebnissen berichten.

Ach ja: Die Schweizer Fahne ist auch bei uns gehisst: Hopp Schwiiz!

Samstag, 5. Juni 2010

Into The Wild

Am Flughafen von Honolulu verabschiedeten wir uns nur ungern, nicht nur von Hawaii, sondern auch von Mami-Lisa und Andy. Doch unser Flug nach Anchorage begann schon vielversprechend, sassen wir doch im Flugzeug direkt neben einer richtigen Eskimo-Familie. Ihre Erzählungen und der Blick aus dem Fenster beim Anflug auf Anchorage auf schneebedeckte Berge, steigerten unsere Vorfreude auf Alaska umso mehr.

Erstes Gefühl hier: kalt, brrrr …… (6 Grad morgens um 6 Uhr) … also nix wie los mit unserem schicken Mietwagen zum warme Kleider shoppen. Und wenn man schon mal dabei ist, rüsteten wir uns auf und erstanden sowohl Bärenglocke wie auch einen Anti-Grizzly Pfefferspray. Bei 30'000 wilden Grizzlies hier braucht es dies tatsächlich, kein Witz! Gut eingemummelt verbrachten wir die ersten 2 Tage in Anchorage und Umgebung. Wir erklommen den Hausberg, schlittelten im Schnee runter und abends klöpften wir uns ein Original Emmi-Chääsfondue in den Reiskocher. FigugegL ;-)

Raus in die Wildnis, los gings südwärts, auf die Kenai Halbinsel. Von dort aus stachen wir bei Seward ins Meer und unternahmen eine einmalig schöne Schiffstour durch die Fjordlandschaft Alaskas. Wir hatten unglaubliches Glück und sahen bei Sonnenschein die ganze Facette von Alaskas Tierwelt: Orcas, Buckelwale, Bären, Adler, Robben …. ja und sogar einen enormen Gletscherabbruch ins Meer, inklusive darauffolgendem Mini-Tsunami, durften wir erleben. Nicht nur wir, sondern auch die Schiffscrew war ganz aus dem Häuschen! Einmalig!

Sowieso: Vieles ist einmalig und speziell. Man merkt überall, dass der Mensch hier mit der rauen und wilden Natur zusammenlebt und seine Ressourcen daraus schöpft. Es wird überall gefischt und gejagt, und in jedem Supermarkt hängen die ausgestopften Jagdtrophäen der stolzen Jäger. So ist es hier auch ganz normal, mit Gummistiefeln und Holzfällerhemd abends ins Pub zu gehen. Keine Frage, auch wir wollten da mitmachen, haudihoo! Wir folgten den bärtigen Einheimischen in die „Dorfspunte“, tranken Bier und zogen uns das rustikale alaskanische Nightlife-Feeling rein. Super war’s! Stolpert man dann morgens um halb 3 aus dem Pub, geht am Horizont die Sonne schon fast wieder auf. Denn wirklich dunkel wird es hier im Hochsommer nie.

Vom einen Abend-teuer zum nächsten Abenteuer: Auf der Durchfahrt Richtung Denali Nationalpark machten wir Halt im alten Goldgräberdorf Girdwood. Nach Gold suchten wir zwar nicht (das machen wir dann am Klondike im Yukon), doch das alte Städtchen sahen wir uns selbstverständlich kurz an.

Im Denali Nationalpark dreht sich alles um den Mt. McKinley (höchster Berg Nordamerikas) und die Weiten der arktischen Tundra mit dem vielfältigen Wildlife. Mit dem Tourbus fuhren wir “Into The Wild“. Von den Big Five sahen wir alle: Grizzlies, Caribou, Moose, Bergschafe und sogar einen scheuen Wolf. Nur der „cheibe“ Berg wollte sich seinem Wolkenkleid nicht entledigen. Naja, halb so schlimm. Die Landschaft haute uns so oder so schon um.

Unsere Reise geht nun weiter mit dem Bus nach Fairbanks, nahe des Polarkreises. Und von dort werden wir die Kanadische Grenze überqueren und hoffen auf goldige Zeiten in Dawson City am Klondike, im Herzen des Goldrausches. Falls ihr also nichts mehr von uns hören solltet, haben wir einen fetten Goldnugget gefunden und sind dann mal weg, hehehe!

Wir hätten noch soviel zu erzählen, doch jetzt lassen wir die Bilder sprechen. Diese unberührte Natur, Wildnis und endlos scheinende Weite kann man nämlich kaum in Worte fassen. Dafür haben wir umso mehr Fotos und ein kleines Filmchen zum Bestaunen für euch.


Movie: naluriders - into the wild

Sonntag, 23. Mai 2010

Lavalicious

Läck bobby! Schon wieder sind 2 Wochen vergangen und es ist doch mal wieder an der Zeit, euch über „carmenundremoaroundtheworld“ upzudaten, oder? Was war geschehen …? Also: Kaum eine Stunde nachdem wir von Honolulu abgehoben sind, sassen wir auch schon in unserem „fetten“ Ami-Schlitten und cruisten auf Big Island – der grössten der Hawaii Inseln – der Küste entlang zu unserer schönen Unterkunft.

Anderntags machten wir uns auf zum Volcanoes National Park. Dort gibt’s nämlich 2 aktive Vulkane zu beäugen. Jaja, so ´was gibt’s nicht nur in Europa … Von sicherer Distanz sahen wir die Rauchsäulen aufsteigen und bei Dunkelheit konnten wir sogar die glutrote Lava verfolgen, die den Vulkan Richtung Meer hinunterfloss. Das war „lavalicious“. Bevor wir dann nach 4 Tagen der Insel wieder den Rücken kehrten, tauchten wir auch noch ab, um die Unterwasser-Schönheit von Big Island zu bestaunen.

Neuer Tag – neue Insel – neues Auto; aber diesmal oben ohne. Yeah baby! Wir nahmen uns 1 Woche Zeit, um die schönsten Flecken Maui’s zu entdecken. Nachdem wir unsere „neighbourhood“ abgecheckt hatten, ging es für einmal früher als sonst in die Federn, damit wir um 5.40 Uhr den Sonnenaufgang auf dem über 3000 m.ü.M. hohen Haleakala Vulkan erleben konnten. Bei „frostigen“ 5 Grad harrten wir aus und warteten auf die ersten Sonnenstrahlen des Tages. Es war ein wahrhaft erhabener Moment, als sich der Morgenhimmel in allen erdenklichen Farben aufhellte. Das Frühaufstehen & Frieren hat sich allemal gelohnt. Nach dem wohlverdienten „Gipfelfrühstück“ gings dann wieder runter auf Meereshöhe zur Erholung am Pool.

Ja, und wenn wir schon mal ein Cabriolet haben (oder „convertible“, wie der Ami hier so sagt), ist es natürlich ein absolutes „must do“ auf Maui, den berühmten Highway to Hana zu befahren. Über 600 Kurven und 54 Brücken schmücken die Strasse, die sich durch den Regenwald in den Norden der Insel schlängelt. Der Wind pfiff uns nicht nur während der Fahrt um die Ohren, auch sonst windet es auf Maui mächtig. Nicht umsonst gilt die Insel als einer der Hotspots für Wind- und Kitesurfer. In den beiden Dörfchen Paia und Lahaina liessen wir uns von der locker-lässigen Stimmung dieser Szene anstecken: Hang loose!

Leider ist jetzt unser Hawaii-Abenteuer bereits zu Ende. Die letzten 2 Tage tankten wir nochmals Sonne und Wärme und deckten uns mit dem neusten Hawaii Kitsch ein. Unsere Zeit zu viert ist um. @ Mami und Andy: Es war bombig, vielen Dank für die supertolle Zeit! Noch heute fliegen die beiden nach San Diego, und wir hoch in den Norden nach Alaska. Wir stellen uns schon mal auf einen Temperatursturz ein. Unsere Flip Flops tauschen wir bald gegen Wanderschuhe ein, und die Sonnencrème gegen einen Anti-Grizzly Pfefferspray.

Montag, 10. Mai 2010

Aloha from Hawai’i…

Nach dreieinhalb Jahren sind wir wieder zurück im vertrauten Oahu auf Hawai’i und wir haben Waikiki wieder so vorgefunden, wie wir es in guter Erinnerung hatten. Hawaii-Hemden wo man hinsieht, Ukulele-Geklang wo man hinhört und überall laufen die Menschen mit den Surfboards und einem zufriedenen Grinsen durch die Strassen Richtung world-famous Waikiki-Beach.

Diese Atmosphäre elektrisiert, wir sind – wie eh und je - total begeistert. So stürzten wir uns gleich in Badehose und Bikini und machten uns auf zum Strand. Am Abend war dann Powershopping angesagt: Nach 10 Monaten „on the road“ war mal wieder ein „Update“ unserer Reiseklamotten fällig, und bei diesen Preisen und der Auswahl konnten wir der Konsum-Verlockung einfach nicht widerstehen und unsere Kreditkarten glühten fast vor Einsatz. :-) Shoppen macht einfach Spass und glücklich!

Die erste Woche verging dann wie im Fluge, und „schwupps-di-bubbs“, fuhren wir zum Airport, um „Freunde und Verwandte“ abzuholen. Zuerst begrüssten wir Fabienne und Marco (die wir in Fiji kennengelernt haben) und abends folgte das Familientreffen mit Carmen’s Mami und Stiefpapi Andy. Mehr Leute, mehr Platz – also zogen wir vier vom kleinen Zimmerchen in unser 40m2 Appartement im 21. Stock, mit atemberaubendem Blick auf den Waikiki Beach. Woooow, das nennen wir mal eine Aussicht!

Der Familienausflug folgte prompt. Wir schnappten uns ein Mietauto und fuhren vorbei an riesigen Ananas-Plantagen, hinauf an den legendären North Shore, wo sich ein Weltklasse Surfspot an den anderen reiht. Kaum zu glauben, dass sich hier im Winter bis zu 12 Meter hohe Wellen auftürmen, jetzt im Sommer ist es mit „mikrigen“ 2 Metern leider so richtig flach und ruhig!

Weitere Stopps legten wir ein beim geschichtsträchtigen Pearl Harbor, wir kraxelten auf den Diamond Head und genossen die Aussicht über Honolulu und zu guter Letzt liessen wir uns am traumhaften Lanikai Beach die Sonne auf den Bauch scheinen.

Die restliche Zeit verbrachten wir mit Golfen, Surfen, Apéröööle und tanzten uns durch das waikikianische Nachtleben, mit Fabienne und Marco. Super war’s hier, man könnte sich an diesen Lifestyle gewöhnen! Wir verlassen jetzt im Viererpack Oahu und fliegen nach Big Island und später dann noch nach Maui.

Hang lose & aloha!

Sonntag, 25. April 2010

Veni - Vidi - Fiji

Bula begleitet uns überall hin,
es ist das Fiji-Wort schlechthin.
Es heisst „hallo“, „willkommen“ und noch viel mehr,
und kommt stets mit einem herzlichen Lachen daher.

Unser Insel-Töürchen begann auf der Hauptinsel Viti Levu. In den Sabeto Mountains, nahe Nadi, radelten wir über Stock und Stein, quer durch kleine Dörfchen, vorbei an Zuckerrohrplantagen und schauten uns das Ganze mal von oben an. Nachdem wir einen ersten Überblick hatten, fuhren wir mit dem Bus an die Südküste nach Pacific Harbour. Dort wohnten wir in einem schönen „Resort“ und nächtigten mit 23 anderen Backpackern und – autsch, kratz, kratz - ein paar fiesen Bedbugs im heissen Mehrbettzimmer …. Naja, halb so wild, die meiste Zeit verbrachten wir sowieso am Pool.

Der Abstecher in die geschäftige Hauptstadt Suva erinnerte uns stark an unsere Zeit in Asien: hektisch, chaotisch, laut … und sogar Handeln beim Souvenir Shopping war wieder einmal angesagt…“heeeey … special price for you my friend!!“ Super. Selbstverständlich haben auch wir uns das Fiji-Mitbringsel Nr. 1 erstanden, eine echte Kannibalen-Gabel. Jaja … früher wurden die Gäste nicht ganz so herzlich willkommen geheissen und landeten ab und zu mal im Kochtopf.

Von der Insel ging’s dann auf einen Sandfleck: So kam es uns vor, als wir nach kurzer Bootsfahrt auf Bounty Island standeten. In nicht einmal 20 Minuten kann man nämlich um die ganze Insel laufen und schon steht man wieder vor seinem Bungalow. Direkt aus dem Bett und dreimal Stolpern und wir plumpsten schon fast ins Meer. Am Hausriff, keine zwei Meter von der Wasseroberfläche, zeigte sich das Inselarchipel von seiner schönsten Seite: An ganz vielen schönen bunten Fischen und farbigen Korallen konnten wir uns erfreuen.

Mit Fabienne und Marco, zwei Mitinsulanern und Globetrottern aus der Schweiz, verbrachten wir hier eine coole Zeit. Bei Bier und Plauderei stellte sich dann sogar ziemlich schnell heraus, dass wir mit Joëlle und Thomas gemeinsame Freunde in Luzern haben. Kleine Insel – noch kleinere Welt! Es hat super gepasst, und der Zufall will es, dass wir sie in Hawaii wiedertreffen werden. @ euch beiden: Wir freuen uns!

Ansonsten bestand unser Robinson-Crusoe-5-Tagesprogramm hauptsächlich aus Schlafen, Essen, in der Hängematte hängen, Schach spielen (damit der Kopf nicht ganz abschaltet) und eben Schnorcheln. Puuuh!

Wir haben’s genossen, doch nach 5 Tagen auf dem winzigen Eiland wissen wir nun definitiv, dass der Traum einer einsamen Insel nicht unser Traum ist. Wir sind halt nicht Robinson und Freitag, wir brauchen jetzt wieder Action! Und diese holen wir uns demnächst am Strand von Waikiki auf Hawaii. Aus Bula wird Aloha!

Samstag, 10. April 2010

Südseetraum!

Abflug Auckland am 28. März um 15.50 Uhr, Ankunft Tahiti 27. März 21.55 Uhr: Mit einem Flug zurück in die Vergangenheit über die Datumsgrenze begann unser 2-wöchiger Inseltraum auf Französisch Polynesien. Mit einem herzlichen „Bonsoir“ und Ukulele-Klängen wurden wir am Flughafen empfangen. Jaja, wir merkten augenblicklich, dass man hier stolz ist auf die französische Sprache. Also blieb uns nichts anderes übrig, als unser Schulfranzösisch auszugraben. Ach ja, und nach einem halben Jahr Linksverkehr, mussten wir uns auch wieder an den für uns eigentlich normalen Rechtsverkehr gewöhnen…

So, jetzt ist aber genug geplaudert! Ausgeschlafen und nochmals in den 28. März gestartet, mussten wir schnell feststellen, dass an einem Sonntag in Tahiti leider gar nichts geht. Kein Bus, kein Mietauto, kein Supermarkt – hier wird geruht. Also ruhten wir auch.

Mit dem „Inselhüpfer“ hoben wir anderntags ab und nach 40 Minuten Flug sahen wir herunter auf das traumhafte Atoll von Bora Bora. Aufgeregt und mit voller Vorfreude stiegen wir aus dem Flieger und freuten uns auf die kommenden 4 Tage im Paradies. Und es war wirklich paradiesisch: Glasklares Wasser in den verschiedensten Blautönen, glitzernd weisse Sandstrände und der majestätische Berg im Zentrum, soviel Schönheit ist schon fast kitschig. „This is it. This is the one“ … Lonely Planet hatte definitiv nicht zuviel versprochen. Wir machten eine Lagunen-Tour, schnorchelten mit Haien und Rochen und die restliche Zeit bädeleten und sönneleten wir. In Bora Bora ging unser Südseetraum in Erfüllung. Wow, echt supersupersupersupertoll wars!

Die Tage vergingen leider viel zu schnell, zum Abschied verdrückten wir dann fast ein paar Tränchen … doch kaum abgewischt setzten wir schon auf die nächste Trauminsel auf. Die restlichen Tage verbrachten wir nämlich auf Moorea. Dort genossen wir ruhige Ostertage am Strand und erkundeten mit einem Roller die schöne, üppig grüne Insel (@ Joëlle & Thomas: Danke für die Tipps).

Die letzte Etappe bewältigten wir dann mit der Fähre zurück auf die Hauptinsel Tahiti und dort mieteten wir für einen Tag (diesmal kein Sonntag, wir haben gelernt, hehehe) ein Auto und fuhren einmal rund um die Insel (sind ja nur 120 Kilometer). Das Highlight an diesem Tag war, dass wir die weltberühmte und scheinbar „gefährlichste“ Welle der Welt vor Teahupoo aus der Nähe betrachten durften. Leider war der „swell“ (@ Beli … weisch no was das esch???) nicht ganz so riesig, doch als wir auf dem kleinen Böötli sassen, waren wir dann doch froh, dass sich keine 6-8 Meter hohen Wände vor uns auftürmten.

Mit ein paar schönen Souvenirs und „beaucoup de“ unvergesslichen Erinnerungen verlassen wir nun die Südsee, zurück gehts nach Auckland. Dort werden wir uns „flott machen“ für die nächsten Inselabenteuer auf den Fiji’s.

Au revoir & maururu Polynésie!

Samstag, 27. März 2010

Goldgelb, schwarz, weiss und ein bisschen blau …

Nach Rotorua begann bereits die letzte Neuseeland-Etappe mit unserem SleeperVan. Wir fuhren nordwärts, vorbei an der „Big Kiwi“, zum schönen weissen Sandstrand von Mount Maunganui. Dort genossen wir einen Tag am Beach und frischten unsere Bräune ein wenig auf. Am nächsten Tag gruben wir uns unseren eigenen Jacuzzi … nämlich am berühmten Hot Water Beach auf der Coromandel Halbinsel. Dort gibt es eine heisse Quelle direkt am Strand und jeweils 2 Stunden vor und nach der Flut kann man sich seinen eigenen Hot Spa buddeln. Das war lustig! Nach getaner Arbeit relaxten wir noch ein bisschen am goldgelben Strand, und schon bald verschwand die Sonne am Horizont.

Neuer Tag - neues Ziel - auf nach „Hobbiton“. Seit dem Dreh von „Herr der Ringe“ dreht sich in dieser hügeligen Landschaft alles um die kleinen Menschen mit den grossen Füssen. Gesehen haben wir allerdings keinen, und auch sonst war von den Hobbit Höhlen leider nicht mehr viel zu sehen. Schön war’s trotzdem, einen Blick ins „Auenland“ zu werfen. Noch am selben Tag erreichten wir Raglan an der Westküste Neuseelands.

Raglan ist NZ-Nr. 1 Surfort. Dieses kleine Dörfchen mit Charme und der chilligen Atmospähre hat uns gleich super gut gefallen. Hier fühlten wir uns wohl und verbrachten ein paar entspannte Tage. Tagsüber am schwarzen Beach bei den Surfern hängen, und abends im Pub St. Patrick’s feiern, das nehmen wir mit aus Raglan.

Der Einladung einer Reisebekanntschaft aus Australien folgten wir sehr gerne. Wir wurden bei Julian und seiner Frau Bonnie in Hamilton mit einem typisch neuseeländischen z’Nacht verwöhnt. Wir verbrachten einen lustigen Abend, und als sie uns dann sogar noch ihr kuscheliges Bett im Gästezimmer anboten, konnten wir einfach nicht Nein sagen. Nach über 5 Wochen im engen (1.05m breiten) Camper-Bett war diese Nacht für uns wie Himmel auf Erden!

Super gut ausgeschlafen starteten wir am 19. März in Remo’s 30sten Geburtstag. Nach kurzer Fahrt erreichten wir unser Ziel Auckland. Dort liessen wir so richtig die Korken knallen, hehehe! Es gab ein letztes Wiedersehen mit Holle und zu dritt starteten wir im Pub bei einem Apéro den Abend. Danach gingen wir fein essen und dann gab’s kein Halten mehr. Abwechselnd zwischen „Jäger-Bomb“ und Bierchen liessen wir es so richtig krachen und rockten bis sehr sehr früh in den nächsten Morgen hinein. Boooah, das war super!

Trotz Hangover besuchten wir am auf darauffolgenden Tag einen Rugby Match der Auckland Warriors. Die Regeln haben wir zwar auch nach 80 Minuten nicht so wirklich verstanden, aber es war trotzdem ein tolles Neuseeland-Erlebnis.

Nun haben wir Holle definitiv verabschiedet (@ Holle: es war immer wieder legendär mit dir, wir sehen uns in der Schweiz) und uns zog’s nochmals mit dem Van rauf in den Norden, raus in die „Wildnis“. Nochmals drei Nächte campten wir unter dem klaren Sternenhimmel an einem schönen Strand bevor wir wieder zurück in Auckland nach 6’667Kilometern mit einem weinenden Auge unseren liebgewonnenen SleeperVan unversehrt abgegeben haben.

In Auckland haben wir noch ein bisschen Sightseeing gemacht, ein paar Sächeli erledigt und morgen geht’s ab ins Paradies … und damit meinen wir jetzt wirklich DAS Paradies. Die nächsten 14 Tage verbringen wir auf bezaubernden Inseln mit so traumhaften Namen wie „Tahiti“, „Bora Bora“ und „Moorea“ … Na … ein bisschen neidisch? ;-)

Wir melden uns ab!

Dienstag, 16. März 2010

In Teufel's Küche

Kaum sind wir auf der Nordinsel in Wellington in den Hafen eingefahren, wurden wir von einem bekannten Gesicht empfangen. Holle, unser Reisegspändli von Bali und Australien, war zur selben Zeit in Wellington und wartete auf die Fähre hinüber auf die Südinsel. Wir nutzten die Gelegenheit für einen kurzen, gemütlichen Schwatz und tauschten Reisegeschichten aus. Soviel steht fest, wir werden uns am 20. März nochmals wiedersehen; wir besuchen nämlich zusammen ein Rubgy Match der bekannten Auckland Warriors.

In Wellington - Hauptstadt Neuseelands (an alle Geografie-Banausen, nicht etwa Auckland) schlug uns eine steife Brise um die Ohren. Zu Fuss schlenderten wir durch die Einkaufsstrassen und das Hafenviertel der "windy City" und statten dem interessanten Nationalmuseum Te Papa einen kurzen Besuch ab. Noch mit den letzten Sonnenstrahlen im Rückspiegel verliessen wir die Stadt und campten mal wieder irgendwo im nirgendwo :-)

Tags darauf gings volle Fahrt voraus, der Küste entlang, Richtung Mt. Taranaki. Dieser imposante, fast vollkommene Vulkan überragt das ganze Westzipfelchen Neuseelands. Sein Aussehen erinnerte uns stark an Mt. Fuji in Japan.

Somit begann auch unser Trip durch die vulkanische Vergangenheit und Gegenwart der Nordinsel. Via dem Forgotten World Highway erreichten wir den Tongariro Nationalpark. Einige Vulkane in diesem Gebiet sind noch aktiv - momentan auf Stufe 1 (von 5) - und hatten schon ihre filmischen Auftritte, wieder mal in der "Herr der Ringe Trilogie" – als Mt. Doom und Mordor. Doch leider hatten wir kein Glück und sie zeigten sich nur ganz früh am morgen kurz ohne Wolkenumhang. Schade. Tja, in Neuseeland kann sich das Wetter halt ultra-schnell ändern. Eben noch Sonne, schon regnet's fast – und umgekehrt.

Also dann mal alles schön in den Van packen –mittlerweile sitzt jeder Handgriff wie im Schlaf – ab ins Auto und auf nach Rotorua, ins geothermische Zentrum Neuseelands. Auf dem Weg dorthin erhaschten wir noch einen kurzen Blick auf die wuchtigen, kristallklaren Huka-Falls in Taupo.

Je beissender der Geruch wurde, desto näher kamen wir nach Rotorua. In der ganzen Stadt "stinkt" es nämlich wie nach faulen Eiern, mmmmh. Und überall zischt, dampft und blubbert es. Wie aus dem Nichts steigen überall Dampfsäulen aus dem Boden empor und es scheint, als wären wir mitten in Teufel’s Küche gelandet. Schon gewaltig wie es hier im Erdinnern brodelt. Diese Energiequellen wissen natürlich die Maori (Ureinwohner Neuseelands) schon seit Jahrhunderten zu nutzen, weshalb sie sich in dieser Gegend niedergelassen haben. Noch heute ist dort die Maorikultur omnipräsent, vielleicht sogar am ausgeprägtesten im ganzen Land.

Auch wir liessen es uns nicht entgehen, diese natürlichen Ressourcen zu unseren Gunsten zu nutzen und entspannten uns abends in den herrlich warmen Quellen, mit spektakulärem Blick ins dampfende Waikite Valley.

Okay, lasst uns jetzt noch an ein paar Strände sausen, bevor wir dann nach Auckland brausen …

Montag, 8. März 2010

Von Nord-Süd nach Süd-Nord

Von der Westküste der Südinsel ging unser Trip an die Ostküste, nach Kaikoura, weiter. Via Alpen-Crossing und mit einem Stopp in Hanmer Springs. Dort hüpften wir kurz in die heissen Quellen und lockerten unsere leicht verspannten Wander- und Camping-Knochen.
Unser Plan A war eigentlich, vor Kaikoura mit den dort lebenden Delfinen zu schwimmen. Dieser Ort ist nämlich bekannt für seine Artenvielfalt im Meer. Doch genau an diesem Tag kam uns der Tsunami-Alarm – eine Folge des grossen Erdbebens in Chile – in die Quere und nichts war mit fröhlichem Planschen mit den Meeressäugern. Schade! Doch Sicherheit geht vor, und zum Glück wurde die Küste Neuseelands so ziemlich verschont. Also, Plan B: Wir genossen dafür ein typisch neuseeländisches Ereignis, nämlich das Scheren eines Schafs. Die informative Show war witzig, doch leider liessen sie uns selber nicht an die Schere ran. Vielleicht auch besser für die Schafe, hehe!

In der Stadt Nelson überbrückten wir kurz eine Schlechtwetterfront. Als sich Petrus nach 2 Tagen wieder gnädig zeigte, montierten wir unsere Wanderschuhe und gingen auf den Coastal Track im Abel Tasman Nationalpark. Goldene Sandstrände, kleine Buchten und üppig-grüne Regenwälder säumen diese wunderschöne Gegend.

Das absolute super Highlight dieser Woche war allerdings, dass wir das Glück hatten, in der Fjordlandschaft der Marlborough Sounds, eine ca. 10-köpfige Orka (Killerwal) Familie beim Vorbeischwimmen zu beobachten. Wow! Das war unglaublich, so majestätisch diese Tiere! Und ihre Atemausstösse (pppffffft) hörte man noch meilenweit. Sehr beeindruckend! Laut den Locals, war das ein sehr seltenes Ereignis. Ein Fischer, der schon seit 25 Jahren dort lebt, erzählte uns, und dies in diesen Jahren noch nie vorgekommen sei. Kein Wunder also, waren nicht nur wir aus dem Häuschen.

Dreieinhalb Wochen waren wir nun auf der eindrucksvollen Südinsel unterwegs. Nun ist die Nordinsel dran. Unser Sleeper Van ist in diesem Augenblick im Bauch der Fähre, und während wir so dahinschaukeln, nutzen wir die Zeit an Deck, um euch auf dem Laufenden zu halten.

So, wir haben wieder Land in Sicht – Wellington erscheint am Horizont. Wir müssen los!