Dienstag, 24. August 2010

No. 1

Zurück an der kalifornischen Pazifik-Küste in Santa Cruz zog es uns gleich an den Strand zum Boardwalk, ein amüsanter Vergnügungspark aus den 60er/70er Jahren. Die Temperaturen waren mit 17 Grad nicht ganz so strandfreundlich, doch nachmittags löste sich wenigstens der Nebel auf und wir konnten doch noch ein paar schöne Fotos schiessen.

Weiter ging unser Roadtrip auf dem legendären Highway No. 1 durch das beschauliche Monterey, vorbei an Big Sur und weiter südlich nach Cambria. So herrlich die Landschaft auch sein mag, leider war es uns nicht vergönnt, diesen Küstenabschnitt bei Sonnenschein zu geniessen. Wir sassen mal wieder in der dicken Nebelsuppe fest. Schon eigenartig dieses Phänomen. Die Wolken scheinen richtig am äussersten Zipfel der Küste zu kleben. Die riesigen See-Elefanten bei Cambria störte dies aber äusserst wenig. Von dort aus haben wir einen Ausflug zum Hearst Castle unternommen. Ein extravagantes Schloss, welches auf einem Hügel mit Sicht auf die Pazifik thront.

Im total schicken Santa Barbara haben wir den Nebel aber endgültig hinter uns gelassen, yeah! Santa Barbara ist genauso, wie wir uns die Küste Kaliforniens vorstellten: Sonnenschein, palmengesäumte Strassen, schöne Strände, protzige Villen, mondäne Einkaufsstrassen und teure Autos. Eine lebenswerte Region, wenn man das nötige Kleingeld hat.

Über Malibu sind wir dann in die „Stadt der Engel“ eingefahren. Unser erster Los Angeles Stopp war voll und ganz der Filmindustrie Hollywoods gewidmet. In zwei Tagen haben wir einen kurzen Blick auf die Sterne des Walk of Fame erhascht und die Universal und Warner Brother Studios besichtigt. Dort konnten wir einen Blick hinter die Kulissen von Hollywood erhaschen und fuhren durch Filmsets und –studios. Unglaublich, wie klein diese Sets in Wirklichkeit sind, und wie gross sie dann auf der Leinwand erscheinen. Wir fanden es absolut spannend, mal zu sehen, wie und wo diese Blockbuster entstehen und wie überall getrickst und „bschisse“ wird.

Das absolute Highlight aller Highlights - und auch der Grund, weshalb wir diese 2 Tage L.A. vorgezogen haben - war, dass wir es geschafft haben, heiss begehrte Tickets für die Live Aufzeichnung der aktuellen No. 1 Sitcom „Two And A Half Men“ (Mein cooler Onkel Charlie zu deutsch) zu ergattern. So sassen wir doch tatsächlich im Publikum einer Folge der 8. Staffel und sahen Charlie, Alan, Jack und Berta aus nächster Nähe bei den Aufnahmen. Wow, das war ein wirklich cooles, unvergessliches Erlebnis, sind wir doch treue Fans dieser Serie. Doch leider durften wir keine Kamera mit ins Studio nehmen. Schade, aber verständlich natürlich. Und während wir so 4 Stunden am Filmset die ganze Szenerie genossen haben, hat Hauptdarsteller Charlie Sheen doch kurz mal schnell knappe 2 Mio US Dollar eingesackt. Not bad!

Unser erster Eindruck von L.A. war sehr positiv und wir freuen uns, die restlichen Sehenswürdigkeiten mit Vale und Phippu, unserem „Bsuech“ aus der Schweiz, abzuklappern. Bis es jedoch soweit ist, verziehen wir uns für ein paar ruhige Tage in die Wüste von Palm Springs.

Samstag, 14. August 2010

California Dreaming

If you’re going to San Francisco …. dann ist der Nebel nicht weit. Doch wir hatten noch einigermassen Glück und bei unserer Ankunft bot sich uns ein wunderprächtigen Blick auf die eindrückliche Golden Gate Bridge. Ziemlich majestätisch, wie sich diese Brücke über die Bucht von San Francisco spannt. Und die Fahrt darüber war nicht minder eindrucksvoll. Das wichtigste Highlight also konnten wir gleich zu Beginn abhaken und die restlichen 4 Tage nahmen wir uns Zeit, die weiteren Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Rauf und runter, rauf und runter… da bietet es sich doch an, ab und zu auf ein legendäres Cable Car aufzuspringen. Wir besichtigten die umtriebige Fishermen’s Wharf mit tollem Ausblick auf die Gefängnisinsel Alcatraz. Was sonst? Chinatown, Little Italy und die schönen viktorianischen Viertel der Stadt, alles gesehen, alles super gefallen. Und zum Abschluss ging es noch zum Hippie-Gucken ins Epizentrum des Summer of Love ´69 nach Haight / Ashbury.

San Francisco ist eine schöne Stadt mit viel Charme und Stil, es hat uns sehr gut gefallen. Nur das Wetter hätte ein bisschen besser sein können. Apropos Wetter: An der kalifornischen Küste herrscht derzeit ein untypisch kalter Sommer; nassgrau, neblig und kühl. Doch keine 10 Meilen landeseinwärts brutzelt die Sommersonne gnadenlos herab und das Thermometer fällt selten unter die 30 Grad Grenze. Deshalb änderten wir kurzfristig unseren Plan und verliessen „Frisco“ Richtung Sonne. Doch nicht, bevor wir die engen Kurven der berühmten Lombard Street runter gefahren sind.

Soweit so gut. Den Nebel haben wir hinter uns gelassen und die kurzen Hosen wieder „montagiert“, unser Rucksäckli gepackt und die Wanderschuhe geschnürt. Im herrlich prächtigen Yosemite Nationalpark erfreuten wir uns an der eindrucksvollen Landschaft der Sierra Nevada. Ja gut, die Einzigen waren wir nicht gerade. Da derzeit höchste Hochsaison ist, war der ganze Park sehr busy. Doch die Traumlandschaft mit ihren grünen Wiesen, spiegelnden Gewässern und gigantischen Granitfelsen entschädigte für die Menschenmassen und der Ausflug war ein Hit.

Von den hohen Bergen zu den hohen Bäumen … Genauer gesagt zu den höchsten, dicksten und ältesten der Welt. Die wuchtigen, rostroten Sequoia’s im gleichnamigen Nationalpark strapazierten unsere Nackenmuskulatur. Vor lauter staunendem Hinaufschauen auf die über 80 Meter hohen Riesen hatten wir am Ende des Tages beinahe eine Nackenstarre. Woooow!

Wir starten nun nochmals einen Versuch mit der Küste, packen uns schon mal warm ein, schalten die Nebellampen an und hoffen doch noch, dass sich die Sonne am Küstenabschnitt des legendären Highway No.1 blicken lässt.

Mittwoch, 4. August 2010

Westwärts

Startpunkt unserer Reise an den Pazifik war Salt Lake City. In Utah’s Hauptstadt haben unübersehbar die Mormonen das Sagen. Dort schleichen sie nämlich alle bewaffnet mit dem Buch des Heiligen Mormon durch den monumentalen Tempelsquare in der Innenstadt. Irgendwie fühlten wir ständig die bohrenden missionierenden Blicke im Nacken und als wir dann einen kurzen Ausflug in die heiligen Hallen dieser „Sekte“ machten, umgab uns eine künstliche wir-haben-uns-alle-lieb-Aura. Komisch war’s … also nix wir raus und ab in die Berge ins nahe gelegene Park City. Im weltbekannten Skisport-Ort besichtigten wir die Austragungsstätte der Winterolympiade 2002, wo einst „unser Simi“ zu Doppelgold geflogen ist. Die historischen Gebäude des Silberstädtchens und die idyllische Berglandschaft haben uns sehr gut gefallen.

Von den Bergen ging’s dann hinunter in die Salzwüste. Rund um den grossen Salzsee hat die Natur ein skurriles, einzigartiges Bild geschaffen: Schneeweiss, topf-eben und fast bis in die Unendlichkeit (so scheint es) erstreckt sich dieses Gebiet. Dort befindet sich der bekannte Bonneville Speedway, auf welchem immer wieder legendäre Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt werden. Auch wir drehten selbstverständlich mit unserem Auto eine kurze Runde.

Bevor wir westwärts nach Reno (Nevada) aufbrachen, schauten wir uns in Salt Lake City noch schnell die grösste Kupfermine der Welt an. Das Loch ist so tief, dass das Empire State Building locker darin Platz fände. Eindrücklich! Kaum sind wir in Nevada über die Grenze gefahren, klimperte und dröhnte es uns aus den unzähligen Spielautomaten entgegen. An jeder Ecke gibt es einen einarmigen Banditen. Von den vielen Verlockungen in Reno liessen wir uns aber nicht in Versuchung führen, wir sparen uns diesen Spass für Las Vegas auf. Vale & Phippu: Mit euch lassen wir es dann so richtig krachen, yeah!

Nach diesem Nevada-Quickie genossen wir ein paar ruhige Tage am schönen Lake Tahoe in Kalifornien. Weiter gegen Westen fuhren wir durch die Sierra Nevada und hinab ins Goldcountry „El Dorado“, vorbei an alten Städtchen des kalifornischen Goldrausches. Und so landeten wir schliesslich in Sacramento, der Hauptstadt von Kalifornien. Dort besuchten wir das Capitol und hielten Ausschau nach dem „Gouvernator“. Leider liess sich „Arnie“ aber nicht blicken.

In der letzten Etappe unseres Roadtrips nach Westen haben wir einen Abstecher ins bekannte Weingebiet Napa Valley unternommen. Viele schöne Weingüter haben wir uns angeschaut und wir liessen es uns nicht nehmen, das eine oder andere feine Tröpfchen zu probieren.

Ja … und dann war schon der Pazifik in Sichtweite und im Horizont bohrte sich die rote Golden Gate Brücke durch die sommerlichen Nebelschwaden. Ein unglaublicher Anblick. Doch mehr davon beim nächsten Mal …