Samstag, 14. August 2010

California Dreaming

If you’re going to San Francisco …. dann ist der Nebel nicht weit. Doch wir hatten noch einigermassen Glück und bei unserer Ankunft bot sich uns ein wunderprächtigen Blick auf die eindrückliche Golden Gate Bridge. Ziemlich majestätisch, wie sich diese Brücke über die Bucht von San Francisco spannt. Und die Fahrt darüber war nicht minder eindrucksvoll. Das wichtigste Highlight also konnten wir gleich zu Beginn abhaken und die restlichen 4 Tage nahmen wir uns Zeit, die weiteren Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Rauf und runter, rauf und runter… da bietet es sich doch an, ab und zu auf ein legendäres Cable Car aufzuspringen. Wir besichtigten die umtriebige Fishermen’s Wharf mit tollem Ausblick auf die Gefängnisinsel Alcatraz. Was sonst? Chinatown, Little Italy und die schönen viktorianischen Viertel der Stadt, alles gesehen, alles super gefallen. Und zum Abschluss ging es noch zum Hippie-Gucken ins Epizentrum des Summer of Love ´69 nach Haight / Ashbury.

San Francisco ist eine schöne Stadt mit viel Charme und Stil, es hat uns sehr gut gefallen. Nur das Wetter hätte ein bisschen besser sein können. Apropos Wetter: An der kalifornischen Küste herrscht derzeit ein untypisch kalter Sommer; nassgrau, neblig und kühl. Doch keine 10 Meilen landeseinwärts brutzelt die Sommersonne gnadenlos herab und das Thermometer fällt selten unter die 30 Grad Grenze. Deshalb änderten wir kurzfristig unseren Plan und verliessen „Frisco“ Richtung Sonne. Doch nicht, bevor wir die engen Kurven der berühmten Lombard Street runter gefahren sind.

Soweit so gut. Den Nebel haben wir hinter uns gelassen und die kurzen Hosen wieder „montagiert“, unser Rucksäckli gepackt und die Wanderschuhe geschnürt. Im herrlich prächtigen Yosemite Nationalpark erfreuten wir uns an der eindrucksvollen Landschaft der Sierra Nevada. Ja gut, die Einzigen waren wir nicht gerade. Da derzeit höchste Hochsaison ist, war der ganze Park sehr busy. Doch die Traumlandschaft mit ihren grünen Wiesen, spiegelnden Gewässern und gigantischen Granitfelsen entschädigte für die Menschenmassen und der Ausflug war ein Hit.

Von den hohen Bergen zu den hohen Bäumen … Genauer gesagt zu den höchsten, dicksten und ältesten der Welt. Die wuchtigen, rostroten Sequoia’s im gleichnamigen Nationalpark strapazierten unsere Nackenmuskulatur. Vor lauter staunendem Hinaufschauen auf die über 80 Meter hohen Riesen hatten wir am Ende des Tages beinahe eine Nackenstarre. Woooow!

Wir starten nun nochmals einen Versuch mit der Küste, packen uns schon mal warm ein, schalten die Nebellampen an und hoffen doch noch, dass sich die Sonne am Küstenabschnitt des legendären Highway No.1 blicken lässt.

Mittwoch, 4. August 2010

Westwärts

Startpunkt unserer Reise an den Pazifik war Salt Lake City. In Utah’s Hauptstadt haben unübersehbar die Mormonen das Sagen. Dort schleichen sie nämlich alle bewaffnet mit dem Buch des Heiligen Mormon durch den monumentalen Tempelsquare in der Innenstadt. Irgendwie fühlten wir ständig die bohrenden missionierenden Blicke im Nacken und als wir dann einen kurzen Ausflug in die heiligen Hallen dieser „Sekte“ machten, umgab uns eine künstliche wir-haben-uns-alle-lieb-Aura. Komisch war’s … also nix wir raus und ab in die Berge ins nahe gelegene Park City. Im weltbekannten Skisport-Ort besichtigten wir die Austragungsstätte der Winterolympiade 2002, wo einst „unser Simi“ zu Doppelgold geflogen ist. Die historischen Gebäude des Silberstädtchens und die idyllische Berglandschaft haben uns sehr gut gefallen.

Von den Bergen ging’s dann hinunter in die Salzwüste. Rund um den grossen Salzsee hat die Natur ein skurriles, einzigartiges Bild geschaffen: Schneeweiss, topf-eben und fast bis in die Unendlichkeit (so scheint es) erstreckt sich dieses Gebiet. Dort befindet sich der bekannte Bonneville Speedway, auf welchem immer wieder legendäre Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt werden. Auch wir drehten selbstverständlich mit unserem Auto eine kurze Runde.

Bevor wir westwärts nach Reno (Nevada) aufbrachen, schauten wir uns in Salt Lake City noch schnell die grösste Kupfermine der Welt an. Das Loch ist so tief, dass das Empire State Building locker darin Platz fände. Eindrücklich! Kaum sind wir in Nevada über die Grenze gefahren, klimperte und dröhnte es uns aus den unzähligen Spielautomaten entgegen. An jeder Ecke gibt es einen einarmigen Banditen. Von den vielen Verlockungen in Reno liessen wir uns aber nicht in Versuchung führen, wir sparen uns diesen Spass für Las Vegas auf. Vale & Phippu: Mit euch lassen wir es dann so richtig krachen, yeah!

Nach diesem Nevada-Quickie genossen wir ein paar ruhige Tage am schönen Lake Tahoe in Kalifornien. Weiter gegen Westen fuhren wir durch die Sierra Nevada und hinab ins Goldcountry „El Dorado“, vorbei an alten Städtchen des kalifornischen Goldrausches. Und so landeten wir schliesslich in Sacramento, der Hauptstadt von Kalifornien. Dort besuchten wir das Capitol und hielten Ausschau nach dem „Gouvernator“. Leider liess sich „Arnie“ aber nicht blicken.

In der letzten Etappe unseres Roadtrips nach Westen haben wir einen Abstecher ins bekannte Weingebiet Napa Valley unternommen. Viele schöne Weingüter haben wir uns angeschaut und wir liessen es uns nicht nehmen, das eine oder andere feine Tröpfchen zu probieren.

Ja … und dann war schon der Pazifik in Sichtweite und im Horizont bohrte sich die rote Golden Gate Brücke durch die sommerlichen Nebelschwaden. Ein unglaublicher Anblick. Doch mehr davon beim nächsten Mal …

Samstag, 24. Juli 2010

Wild Wild West

In den letzten 10 Tagen sahen wir öfters Rot ;-) Rote Erde, rote Monolithen und Felsbögen, glutrote Sonne … und rot waren ab und zu auch unsere Köpfe; denn auch hier spricht man von einem Rekordsommer und das Thermometer klettert täglich locker über die 40 Grad Grenze. Da heisst es viel trinken, immer schön dem Schatten nach und ab und zu in einen erfrischenden Pool springen.

Im wüstenartigen Südwesten Utah’s haben wir mehrere Nationalparks besucht, einer spektakulärer als der andere. Wir sind durch die bizarren Felsformationen und Schluchten des Zion Nationalparks, Bryce Canyons und Antelope Canyons gewandert und haben das Farbspiel der Natur bewundert. Zwischendurch machten wir beim Lake Powell Halt. Danach machten wir uns mit unserem „vierrädrigen Gaul“ auf den Weg ins Land der Navajo Indianer zum Monument Valley. Dieser Anblick war gigantisch. Es fehlte nur noch, dass ein Marlboro-Man-Cowboy hinter den weltbekannten roten Tafelbergen hervorgeritten kam.

Unser nächster Nationalpark-Stopp versetzte uns um 1000 Jahre zurück. Im Mesa Verde NP besichtigten wir die alten Steinruinen der Pueblo Indianer. Unglaublich wie diese Dörfer in die Felsen hinein gebaut wurden. Um das Cowboy-Indianer-Gleichgewicht wieder herzustellen, waren jetzt die Cowboys wieder an der Reihe. Deshalb verschlug es uns in die beiden Städtchen Durango und Silverton in Colorado. Dort kam nochmals ein richtiges Wild-West-Feeling auf: Historische Häuser, geschichtsträchtige Saloons und wunderschöne Ranchs rundherum. Eine spektakuläre Passfahrt (zwischendurch waren wir sogar auf 3400 m.ü.M.) führte dann sogar an „Little Switzerland“ vorbei und wir durchquerten viele verlassene, alte Silberminen-Städtchen.

Krönender Abschluss unserer Wild-West-Reise war dann der riesige Arches Nationalpark. Dieser wundervolle Park mit seinen unzähligen Sandsteinbögen war unser persönlicher Favorit. Nun verbringen wir noch ein paar Tage in und rund um die Mormonen-Stadt Salt Lake City, bevor wir dann gegen Westen nach California weiterziehen.

Mittwoch, 14. Juli 2010

Reise nach Jerusa ... ääh: Yellowstone

Eine Busfahrt die ist lustig, eine Busfahrt die ist schön … das zumindest dachten wir uns, als wir in Seattle unsere 20-stündige Reise in die Wüste nach Salt Lake City antraten. Gut, die ersten 6 Stunden waren noch völlig okay. Als wir dann aber im „Nirgendwo von Idaho“ den Bus wechseln mussten, nahm das Theaterstück seinen Lauf. Zur Auswahl für die Weiterfahrt standen zwei völlig herunter gekämpfte Busse, einer schlimmer als der andere. Dazu kam noch, dass sie bereits bis fast auf den letzten Platz gefüllt waren. So glich das Besteigen des Busses eher einer „Reise nach Jerusalem“. Als dann doch noch alle ein Plätzli gefunden hatten und beide Busse bis zum Bersten gefüllt waren, konnte die fröhliche Fahrt endlich weitergehen. Hm … hoffentlich geht das nur gut, und die Bremsen halten, dachten wir uns. Und tatsächlich … nach nur einer Stunde gab Bus Nr. 1 (zum Glück nicht unserer, yeah) seinen Geist auf und die Passagiere strandeten in der Einöde. Wer weiss, vielleicht stehen sie ja immer noch da? Unsere Fahrt zumindest wurde fortgesetzt. Die restlichen 13 Stunden nun im Schnelldurchlauf: Der überforderte Chauffeur musste sämtliche Leute an den Stationen abwimmeln, der ganze Bus wurde mitten in der Nacht von der Polizei kontrolliert, und nachdem der Fahrer mitteilte, dass er die Klimaanlage abschalten müsse, da der Motor zu überhitzen drohte, waren wir mehr als froh, als wir morgens um 6 Uhr endlich in Salt Lake City einfuhren. Aussteigen, Gelenke entknoten und tiiiiief durchatmen. Das war ein Höllenritt! Wir hätten nie gedacht, dass wir solche Zustände in der sogenannten Weltmacht USA vorfinden würden. Ach, wie gerne haben wir uns an die Busse in Asien erinnert, wo wir sogar Ledersitze mit Massagefunktion und eigenem TV hatten. Trotz all dieser Umstände war doch die Landschaft äusserst reizvoll und es ergaben sich ein paar interessante Gespräche mit Amerikanern.

Mit dem neuen Mietauto fuhren wir von Salt Lake City direkt hoch nach Wyoming, in den grossartigen und vielfältigen Yellowstone Nationalpark. Tiere und Geysire (hier befinden sich die Hälfte aller Geysire weltweit) kommen hier ganz gross raus. Bei sommerlichen Temperaturen durchquerten wir in 2 Tagen die bunten geothermischen Gebiete, in denen es überall blubbert, zischt und dampft. Tiefe Canyons mit Wasserfällen und weite Ebenen mit Büffelherden runden dieses Bild von einer nahezu perfekten Natur ab.

Wir verliessen den Nationalpark durch das Land der Schoschonen-Indianer (dies ist keine Erfindung von Bully, diesen Stamm gibt es wirklich) und schlugen unser Tipi bei den Cowboys auf. In Buffalo Bill’s Heimatstadt Cody besuchten wir ein Rodeo. Das gehört quasi zum Pflichtprogramm, wenn man schon mal in der selbsternannten Hauptstadt des Rodeo’s weilt. Ein 2-stündiges, superinteressantes Cowboy-Spektakel mit Pferde- und Bullenreiten, Lasso werfen und Kälber einfangen … das ist Amerika pur – howdy hoo!

Da uns dieser Lifestyle so gut gefällt, werden wir auch die nächsten 2 Wochen in der Gegend der Cowboys und Indianer verbringen. Allerdings zieht es uns südwärts, in die Wüsten-Region rund um Arizona.

Mittwoch, 7. Juli 2010

Celebrations ...

… unter diesem Motto – könnte man sagen - haben wir die letzten 10 Tage verbracht. Eine Feier jagte die nächste. Gut, okay, das Ausscheiden unserer Fussball-Nati ausgenommen. Doch das war’s dann auch schon mit Downlights und Dämpfern.

Im beschaulichen Penticton, welches ca. 400 km östlich von Vancouver in der Weinregion des Okanagan Valley liegt, tanzte der Bär … äh Elvis. Wir hatten nämlich saumässiges Glück, dass wir genau an jenem Wochenende dort waren, an welchem in dieser Kleinstadt das grösste Elvis-Imitatoren-Open-Air-Festival stattfand. Nebst Elvis Doubles in Hülle und Fülle cruisten auch unzählige Oldtimer aus den guten alten Fifties & Sixties durch die Strassen. Das war super! Auch wir schwangen unsere Hüften zu den Welthits des „Kings“ und genossen die Zeit abseits des Touristenstroms mitten unter den Kanadiern.

Noch mit Elvis-Klängen in den Ohren, fuhren wir unsere letzte Etappe nach Vancouver. Hm … nach soviel schöner Natur und Wildlife mussten wir uns zuerst wieder in einer Millionen-Stadt zurechtfinden. In der Olympia Stadt haben wir uns die eine oder andere schöne Ecke angeschaut und zwischendurch blieb auch noch Zeit, um ein paar Matches der WM zu verfolgen. Olé España!!!

Genau richtig zum Canada Day (Nationalfeiertag am 1. Juli) haben wir mit der Fähre rüber nach Vancouver Island gesetzt, und sind in Victoria, der Hauptstadt von British Columbia, über Bord … äh, von Bord gegangen. Tätsch Bäng … wir fanden uns mitten unter Tausenden von rot-weiss gekleideten Kanadiern wieder. Wir feierten natürlich mit und sahen uns schöne Feuerwerk über dem Hafen an.

Schöne englische Kolonial-Architektur, maritimes Hafenflair und eine hippe Pubszene, das begeisterte uns in Victoria. Nach unseren tollen 3 Wochen in Kanada war dies ein würdiger Abschluss von diesem schönen Land.

Schiff ahoi hiess es dann wieder … diesmal überquerten wir die Grenze in die USA auf dem Seeweg. Schon die Einfahrt in den Hafen von Seattle machte uns „gluschtig“ auf die kommenden 4 Tage in dieser Metropole. Was gibt’s über Seattle zu erzählen? Als Heimat von Starbucks, Microsoft, Boeing und Amazon gilt sie als eine der innovativsten und wirtschaftlichsten Städte der USA. Von hier aus entstanden milliardenschwere Imperien. Im Stadtteil Belltown, die Wiege der Grunge-Musikszene, haben wir uns in einem trendigen Hostel eingerichtet. Hier ist sowieso alles auf Kunst, Mode und Musik ausgerichtet. Sowieso, man spürt und sieht überall den kreativen Groove der Stadt und das Erbe von Cobain & Hendrix ist immer präsent.

Mit der Kamera unter dem Arm zogen wir durch die verschiedenen Viertel von Seattle. Wir schlenderten durch den bekannten und äusserst geschäftigen Pike-Market, assen Fish & Chips in der Fishermen’s Wharf und der obligatorische Besuch auf der Space-Needle inklusive. Ein Wahnsinns-Ausblick auf eine Wahnsinns-Stadt. Das Aus“flügli“ zu den grössten „Flügli“ in den Boeing-Werken war sehr eindrücklich und spannend, vor allem für Remo.

So, nach so viel „Schauerei“ gab’s dann mal wieder „Knallerei“: Zuerst liessen wir zwei die Korken knallen und feierten am 3. Juli unser 1-year-away-from-home-Jubiläum. Unglaublich wie schnell die Zeit vergeht. Wir sind dankbar, dass wir in diesen 365 Tagen so viele so tolle Erlebnisse machen durften.

4. Juli – Independence Day: Unerwartet bescheiden wurde der Nationalfeiertag der USA in Seattle zelebriert, lediglich am Abend gab es ein würdiges, grosses Feuerwerk über der Stadt.

Soli, Seattle ist passé … uns hat’s super gut gefallen! Wir treten mal wieder eine Busreise an, diesmal nur läppische 20 Stunden :-) Ziel: Salt Lake City und umliegende Nationalparks.

PS: Für die Statistiker unter euch: Es gibt 93 Starbucks-Coffeshops in Seattle.