Montag, 4. Oktober 2010

Unterwegs auf der Panamericana

¡Hola amigos! Wieder etwas Zeit ist vergangen und mittlerweile haben wir den Kontinent und die Sprache gewechselt. ¡Bienvenido América del Sur!

Vor dem kurzen Stop-Over in Panama konnten wir sogar noch schnell auf den Panamakanal runter güggslen. Und schon bald tauchten die schneebedeckten 6’000er der Anden links unter unserem Flügel auf. Gelandet sind wir dann aber auf Meereshöhe und die ersten Südamerika-Eindrücke haben wir in Peru’s Hauptstadt Lima gesammelt: Farbig, laut, chaotisch, staubig, freundlich, improvisiert und total spannend. Wir finden’s super! Nur die ungeheuren Abgase machten unseren Augen und Lungen ziemlich zu schaffen. Uns hat diese Stadt, die sicherlich nie einen Schönheitswettbewerb gewinnen wird, trotzdem begeistert. Von den ersten Eindrücken waren wir so „auf der Schnörre“, dass die eine Hälfte von uns ein Erdbeben der Stärke 5,7 nachts um 3.00 Uhr sogar verschlafen hat. 30 Sekunden lang hat’s gerüttelt und geschüttelt wie wild, doch 50% von uns war nicht wach zu kriegen.

Unsere erste Fahrt im superbequemen und topmodernen Bus (da könnten sich die Ami’s eine Scheibe abschneiden) führte auf der Panamericana südwärts in die Wüste nach Nazca. Nazca ist weltberühmt für die Linien und Figuren im Wüstensand und selbstverständlich haben wir uns diese mysteriösen, jahrhundertealten Geoglyphen auch angeguckt. Aliens haben wir keine gesichtet und auch Erich von Däniken sind wir nicht über den Weg gelaufen. Das heisse, staubtrockene Nazca liessen wir dann hinter uns und weiter ging die Reise, entlang an der schönen Küste Peru’s nach Arequipa. Mit dem tosenden Meer auf der einen Seite, und der trockenen Hügellandschaft auf der anderen Seite verging die 10-stündige Fahrt wie im Flug.

Arequipa – die weisse Stadt – haben wir uns nebst der wunderschönen kolonialen Altstadt und den traditionellen Lebensweisen aus zwei weiteren Gründen für einen 10-tägigen Aufenthalt ausgesucht: 1. Spanisch lernen und 2. Akklimatisieren auf höhere Höhen. Arequipa liegt nämlich auf 2'400 m.ü.M. und eignet sich deshalb bestens, unseren Körpern die Erklimmung der 3- bis 4'000 Meter hohen Anden zu erleichtern. Zwei Fliegen mit einer Klappe also. Und dies in dieser tollen Stadt am Fusse des 6'000er Vulkans „El Misti“. Die Schulbank zu drücken hat uns grossen Spass gemacht, und dank den netten, charmanten Lehrerinnen und Privatunterricht haben wir das eine oder andere Wörtchen Spanisch gelernt. Nebst Spanisch büffeln blieb aber noch genug Zeit, sich auf Land und Leute einzulassen und die südamerikanische Lebensweise der Städter auf uns wirken zu lassen. Bei einem Ausflug auf’s Lande konnten wir ausserdem einen ersten Einblick in die traditionelle, ländliche Lebensweise erhaschen.

Für uns wird die Luft jetzt im wahrsten Sinne des Wortes dünner; wir steigen auf das Hochplateau der Anden auf, tauchen ein in die Welt der Inkas und werden uns in den nächsten Tagen zwischen 3'000 und 4'000 Metern über Meer bewegen. Kurz Luft holen – es bleibt spannend.

Montag, 20. September 2010

Californication

Nach den hektischen, flashigen Momenten in Las Vegas sind wir wieder nach Kalifornien zurück gekehrt und haben in der Stille des Death Valley’s den absoluten Gegensatz zu der Glitzerstadt vorgefunden. Mit unserem Offroader fuhren wir ein paar tolle Fotospots an und erfreuten uns an der eindrücklichen, öden, furztrockenen Landschaft. Beeindruckend!

Vom Tal des Todes ging es dann weiter ganz an den Südzipfel Kaliforniens, nach San Diego. In dieser lebensfrohen Stadt gönnten wir uns nach unserem Wüstenausflug zuerst einen Tag am schönen Strand. Am nächsten Tag bummelten wir dann ein bisschen durch Downtown und das Hafenviertel und boardeten schliesslich auf dem ausgedienten Flugzeugträger der USS Midway. Die Tour durch diese „eiserne Stadt“ führte uns durch den Bauch des Schiffes und bis hinauf auf das Flugdeck und den Kontrollturm. Das war doch mal ein eindrückliches Erlebnis der etwas anderen Art.

Am richtigen Ort, zur richtigen Zeit … genau das waren wir dann. Und die Wellen-Vorhersagen versprachen ein riesiges Spektakel. Doch, wovon reden wir überhaupt? 70 Meilen nördlich von San Diego, in San Clemente, fand der 6. (von 10) Tourstopp der Surf Weltmeisterschaft statt. Die besten 36 Surfer der Welt massen sich am Hurley Pro in den Wellen von Trestles. Das durften wir uns natürlich auf keinen Fall entgehen lassen. So verbrachten wir also 3 Tage am Strand und bestaunten die Tricks und „moves“ der Pro’s. Ziemlich beeindruckend, was die Jungs mit einem Brett an den Füssen in 2-3 Meter hohen Wellen anstellen können. Schlussendlich hat es 9-time Worldchampion Kelly Slater dann mal wieder gerichtet und das fette Preisgeld von USD 105'000 abgesahnt. (Das Video mit den Highlights vom Finaltag ist angehängt.)

So, nun sitzen wir am Flughafen LAX Los Angeles und warten auf unseren Flug. Unser 4-monatiger Roadtrip durch Kanada und die USA sind vorbei, nun wartet Südamerika auf uns.

Anmerkung der Redaktion:
Planänderung. Eigentlich hatten wir ja vor, die nächsten Wochen in Mexico zu verbringen. Doch heftige Regenfälle und Überflutungen an der Westküste, und hereinströmende Hurricanes an der Ostküste machten uns einen Strich durch die Rechnung. So wurde zum Beispiel das Städtchen, welches wir uns als Ausgangspunkt für einen 2-wöchigen Aufenthalt ausgesucht hatten, weitgehend von der Umwelt abgeschnitten, indem Brücken eingestürzt und Strassen eingebrochen sind. So haben wir uns umentschieden, lassen Mexico zumindest für den Moment aus und fliegen nun direkt nach Südamerika, genauer gesagt nach Lima, Peru. Auch nicht schlecht, oder?

Mit dem Bereisen von Südamerika beginnt jetzt der „Anfang vom Ende“ unseres Trips: Die letzten 3 Monate sind angebrochen. Es soll irgendwie von Peru durch Chile nach Argentinien gehen, doch Genaues haben wir noch nicht geplant. Aber Planen könnt ihr schon mal, liebe Freunde, Fans und „Verfolger“ zu Hause: Für Weihnachtsgeschenke wären wir wieder persönlich verfügbar, und auch Silvester-Einladungen könnten wir annehmen :-)



Sonntag, 12. September 2010

What happens in Vegas ...

… stays in Vegas … also dürften wir ja eigentlich theoretisch gar nichts darüber erzählen. Hmm. Tun wir aber für euch Wundernasen trotzdem. Jedoch später … zensierte Version wohlgemerkt!

Die letzten 10 Tage waren wir zu viert unterwegs. Unsere Freunde aus der Schweiz, Valentina und Phippu, verbringen 3 Wochen in Kalifornien und so konnten wir es uns einrichten, einige Zeit gemeinsam zu reisen. Kurz bevor wir die beiden jedoch am Flughafen LAX freudig in Empfang nahmen, tauschten wir nochmals unser Mietauto ein und wir holten unseren neuen „fetten Schlitten“ (diesmal ein Ami-Style SUV) am Flughafen ab.

Von Aileen’s Insider Tipps konnten wir nun profitieren und so führten wir die beiden in zwei Tagen ruckizucki durch Los Angeles und fuhren die Top-Spots ab: Hollywood, Rodeo Drive, Sunset Strip, Beverly Hills, Melrose Avenue, Santa Monica und Venice Beach. Und natürlich nahmen wir uns auch Zeit für Promi-Spotting und fuhren mit der ultimativen „Star-Map“ verschiedene Villen – nun ja, eigentlich sind es ja eher Paläste – an. Doch mehr als die imposanten Eingangstore bekamen wir leider nicht zu Gesicht. Aufregend und lustig war’s trotzdem. Und, so ganz unerwartet ist uns dann im Supermarkt doch noch ein Schauspieler über den Weg gelaufen: David Sutcliffe, bekannt aus Gilmore Girls und Private Practise.

Am dritten Tag kehrten wir der riesigen Stadt den Rücken und machten uns auf zum Grand Canyon. Nach einem kurzen Zwischenstopp in der Geisterstadt Calico kam die grosse Schlucht. Beim Grand Canyon hatten selbst wir weitgereisten Globetrotter das absolute Wow-Erlebnis: 1600 Meter schaut man in die Tiefe und sieht, wie sich der Colorado River durch das Tal schlängelt. Der Canyon scheint unendlich weit zu sein und die Felsformationen sind schlichtweg imposant. Abends gönnten wir uns dann ein kühles Blondes und ein feines Rippchen in Williams an der legendären Route 66.

Tja, und dann kam Las Vegas! 5 Tage haben wir in dieser verrückten, glitzrigen Stadt verbracht. Saufen, Zocken, Weibereien … nicht umsonst wird sie Sin City genannt. Unseren wenigen Schlaf holten wir uns im „Spartakus“ Zimmer des hippen Planet Hollywood Hotel & Casino’s. Vom Bett im 30. Stock hatten wir einen absolut fantastischen, unschlagbaren Blick direkt auf das Bellagio und sein famoses Wasserspiel. Vom ersten Augenblick an waren wir elektrisiert und total begeistert. Let’s get the party started! Unsere ersten Dollars haben wir an den einarmigen Banditen und am Glücksrad verspielt, doch der erhoffte Jackpot-Gewinn blieb vorerst leider aus. Hmmm … macht nichts, wir hatten trotzdem ein riesen Gaudi!

Haben wir dann endlich mal den Ausgang des riesigen Casino-Labyrinth’s gefunden, fanden wir uns mitten auf dem blinky-blinky 24/7-betriebigen Las Vegas Strip. Ein Fantasy Megahotel reiht sich dort ans andere: Paris, New York New York, MGM, Cesars Palace, The Venetian und viele mehr. Aussen wie innen sind sie unglaublich toll gemacht und verleiten einem ständig dazu, einen Dollar oder auch zwei, drei … spontan einzusetzen. Super! Ach ja, Shows gibt’s ja auch noch. Unendlich viele sogar. Wir haben uns für den Magier schlechthin entschieden und verblüfft zugesehen, wie David Copperfield unter anderem ein Auto hervorzauberte und Zuschauer verschwinden liess. That’s Vegas, that’s crazy!

Nach 4 Tagen in dieser Stadt zogen unsere beiden Gspändlis weiter nordwärts (Vale und Phippu: Es war super mit euch!). Wir zwei blieben noch eine weitere Nacht in Sin City, allerdings im „old school“ Downtown. Dort gibt’s zwar gleich viel Geblinke wie am Strip, dafür weniger Glitzer & Glamour. Ein Erlebnis der anderen Vegas-Art abseits des Strips, aber auch absolut sehenswert.

Und schlussendlich verlassen auch wir heute Las Vegas mit ein paar Dollars weniger im Reisekässeli, vielen unvergesslichen Erinnerungen im Gepäck und dem Gefühl, nicht das letzte Mal hier gewesen zu sein. Es war sooooo geil!

Donnerstag, 2. September 2010

Stadt der Engel

In Los Angeles beginnt dieser Blogeintrag und in Los Angeles endet dieser auch wieder …

Bekanntlich haben wir die Stadt der Engel nach einer ersten kurzen Stippvisite hinter uns gelassen und haben uns in das charmante Wüstenstädtchen Palm Springs zurückgezogen. Huuuuui, heiss war’s dort! Sehr heiss sogar! Die Sonne brutzelte erbarmungslos … und das Thermometer kletterte tagsüber auf 117 Grad … gut, zugegeben, Fahrenheit natürlich. Doch umgerechnete 47 Grad Celsius (wohlgemerkt im Schatten) tönen doch auch ganz rekordverdächtig. Ja, bei diesen Temperaturen ist es nicht verwunderlich, dass wir die 4 Tage fast ausschliesslich wie tote Fliegen am und im Pool lagen und darum bemüht waren, nicht zu überhitzen.

Doch wir sind hart im Nehmen, rafften uns auf und machten zwei kleine Ausflüge: Einmal hoch mit der rotierenden Seilbahn auf den Berg St. Jacinto, von wo aus man einen herrlichen Ausblick über Palm Springs hat. Der zweite Abstecher führte uns in den sagenhaften Joshua Tree Nationalpark. Tausende Palmlilien geben dort ein bizarres, einzigartiges Bild ab.

Und dann? Back to the coast nach Orange County – oder bekannter als O.C.! Auf ging’s in die US-Surfcity schlechthin, nach Huntington Beach. Hier dreht sich wirklich alles um den Sport mit dem Brett und den Wellen, kalifornische Strandkultur par excellence. Also beste Voraussetzungen für einen hohen Wohlfühl-Faktor. Über das schicke Newport Beach ging es dann schlussendlich wieder zurück nach Los Angeles, wo wir einer Einladung von Aileen folgten. Aileen ist eine Freundin aus guten alten Red Bull Tagen. Sie bot uns an, in ihrem wunderbaren Haus im hippen West Hollywood zu wohnen. Doch damit nicht genug, sie nahm sich richtig viel Zeit und zeigte uns L.A. durch ihre Augen. So wurden wir in die schicksten Viertel und angesagtesten Restaurants geführt, und dies jeweils mit viel Insider Wissen. Wir hatten also das rundum Verwöhn-Local-Programm. @ Aileen: Special thanks to you, it was wonderful!

Und nun, mit all dem Knowhow ausgestattet, sind wir bestens vorbereitet für unseren Besuch aus der Heimat. Valentina und Phippu werden in Kürze in L.A. landen und wir freuen uns, sie am Flughafen zu empfangen. So „cut“, nix wie los!


Dienstag, 24. August 2010

No. 1

Zurück an der kalifornischen Pazifik-Küste in Santa Cruz zog es uns gleich an den Strand zum Boardwalk, ein amüsanter Vergnügungspark aus den 60er/70er Jahren. Die Temperaturen waren mit 17 Grad nicht ganz so strandfreundlich, doch nachmittags löste sich wenigstens der Nebel auf und wir konnten doch noch ein paar schöne Fotos schiessen.

Weiter ging unser Roadtrip auf dem legendären Highway No. 1 durch das beschauliche Monterey, vorbei an Big Sur und weiter südlich nach Cambria. So herrlich die Landschaft auch sein mag, leider war es uns nicht vergönnt, diesen Küstenabschnitt bei Sonnenschein zu geniessen. Wir sassen mal wieder in der dicken Nebelsuppe fest. Schon eigenartig dieses Phänomen. Die Wolken scheinen richtig am äussersten Zipfel der Küste zu kleben. Die riesigen See-Elefanten bei Cambria störte dies aber äusserst wenig. Von dort aus haben wir einen Ausflug zum Hearst Castle unternommen. Ein extravagantes Schloss, welches auf einem Hügel mit Sicht auf die Pazifik thront.

Im total schicken Santa Barbara haben wir den Nebel aber endgültig hinter uns gelassen, yeah! Santa Barbara ist genauso, wie wir uns die Küste Kaliforniens vorstellten: Sonnenschein, palmengesäumte Strassen, schöne Strände, protzige Villen, mondäne Einkaufsstrassen und teure Autos. Eine lebenswerte Region, wenn man das nötige Kleingeld hat.

Über Malibu sind wir dann in die „Stadt der Engel“ eingefahren. Unser erster Los Angeles Stopp war voll und ganz der Filmindustrie Hollywoods gewidmet. In zwei Tagen haben wir einen kurzen Blick auf die Sterne des Walk of Fame erhascht und die Universal und Warner Brother Studios besichtigt. Dort konnten wir einen Blick hinter die Kulissen von Hollywood erhaschen und fuhren durch Filmsets und –studios. Unglaublich, wie klein diese Sets in Wirklichkeit sind, und wie gross sie dann auf der Leinwand erscheinen. Wir fanden es absolut spannend, mal zu sehen, wie und wo diese Blockbuster entstehen und wie überall getrickst und „bschisse“ wird.

Das absolute Highlight aller Highlights - und auch der Grund, weshalb wir diese 2 Tage L.A. vorgezogen haben - war, dass wir es geschafft haben, heiss begehrte Tickets für die Live Aufzeichnung der aktuellen No. 1 Sitcom „Two And A Half Men“ (Mein cooler Onkel Charlie zu deutsch) zu ergattern. So sassen wir doch tatsächlich im Publikum einer Folge der 8. Staffel und sahen Charlie, Alan, Jack und Berta aus nächster Nähe bei den Aufnahmen. Wow, das war ein wirklich cooles, unvergessliches Erlebnis, sind wir doch treue Fans dieser Serie. Doch leider durften wir keine Kamera mit ins Studio nehmen. Schade, aber verständlich natürlich. Und während wir so 4 Stunden am Filmset die ganze Szenerie genossen haben, hat Hauptdarsteller Charlie Sheen doch kurz mal schnell knappe 2 Mio US Dollar eingesackt. Not bad!

Unser erster Eindruck von L.A. war sehr positiv und wir freuen uns, die restlichen Sehenswürdigkeiten mit Vale und Phippu, unserem „Bsuech“ aus der Schweiz, abzuklappern. Bis es jedoch soweit ist, verziehen wir uns für ein paar ruhige Tage in die Wüste von Palm Springs.