Mittwoch, 19. August 2009

Aus der Stadt aufs Land und zurück

Mit dem Zug haben wir Shanghai verlassen und sind 24 Stunden später im ländlichen China angekommen. Die Fahrt führte an schier endlosen Reisfeldern vorbei, es war genau so, wie man sich das Landleben in China vorstellt. Nach den vielen chinesischen Grossstädten war dies eine gelungene Abwechslung und ein „must have seen“.

Vom Zug ging’s ohne Umwege auf unsere privat-gecharterte Motoryacht samt Kapitän (siehe Fotos). 2.5 Stunden fuhren wir den Fluss hinunter, vorbei an Fischerdörfchen und traditionellen Kormoran-Fischern. Die Landschaft um Yangshuo ist traumhaft schön und bekannt für ihre Karstberge. Wir haben in dieser ruhigen und schönen Dörfchen ein paar easy-going Tage verbracht, mit einem Drahtesel die Umgebung erkundet und sogar einen Kochkurs besucht. Dort haben wir eine lokale Spezialität zubereitet, den Bier Fisch aus dem Li Yang Fluss. Lecker war’s!
Mit vollen Bäuchen ging’s dann den ziemlich engen Nachtbus Richtung Hongkong. Die Fahrt war abenteuerlich, dies kann man eigentlich gar nicht in Worte fassen, das muss man schlichtweg selber erlebt haben.

Mit dem Grenzübertritt nach Hongkong (zum x-ten Mal schon Fieber gemessen, Schweinegrippe sei Dank) haben wir die Volksrepublik China hinter uns gelassen. Kaum im Hostel eingecheckt & ein kühles Red Bull getrunken, konnten wir der Versuchung des Konsumrausches nicht widerstehen … sowieso, für die „Hongkonger“ scheint Shopping die Beschäftigung Nummer 1 zu sein ... Gut für’s Gemüt, schlecht für den Geldbeutel. Diesen haben wir allerdings in Macau (dem Las Vegas des Ostens) beim Roulette aufgefüllt. Dem Venetian Casino haben wir ein paar Dollars abgeknöpft – wir sind mit dem doppelten Betrag unseres Einsatzes und einem breiten Grinsen wieder raus gelaufen. Yeah ;-)

Beim Anblick der Hongkong Skyline von unten (Pier) oder von oben (Victoria Peak) standen sogar uns weitgereisten Travellers die Nackenhaare zu Berge – und das bei feuchtheissen 32 Grad.

Wir finden Hongkong super, es bietet für jeden und für alles etwas … man ist schnell im Gewühl des Grossstadtdschungels, genau so schnell haben wir aber auch Ruhe im grünen Dschungel der umliegenden Inseln und Hügeln gefunden. Auch einen Nachmittag am Strand liessen wir uns nicht entgehen.

Morgen geht’s nach Sapporo, Japan – das erste Mal seit St. Petersburg führt uns unsere Reise wieder durch die Luft.

Montag, 17. August 2009

Thanxx & Trixx

Wir möchten uns als erstes bei euch für die zahlreichen tollen Kommentare bedanken! Es ist schön, ein Feedback zu kriegen und dies spornt uns an, euch weiterhin mit Stories & Pics auf dem Laufenden zu halten.

Es hat sich ausgetrixxt – eine Notiz am Rande: Die chinesische Zensur erlaubte uns den Zugriff auf unseren Blog in den vergangenen 4 Wochen nicht. Doch wir haben ein Hintertürchen gefunden & es trotzdem geschafft. Spezieller Dank @ Andy!

Grüsse aus Hongkong – Blog folgt demnächst!

Montag, 10. August 2009

Fünf Vierzeiler aus Shanghai...

Wir liessen uns die Gelegenheit nicht nehmen,
zu den Shaolin Mönchen zu gehen,
Kung Fu & Akrobatik bekamen wir zu sehen,
und lernten ihre Spiritualität verstehen.

Zigtausend Buddhastatuen in den Fels gehauen,

wir kamen nicht mehr aus dem schauen,
in Luoyang an den Ufern des Flusses Yi-He,
sind die Longmen Grotten – eine UNESCO Welterbstätte.

Kaum sind wir in Shanghai,

kommt auch schon ein Taifun, oh wei,
doch er zog nicht direkt bei uns vorbei,
was für ein Glück, häi äi äi.

Zhujiajiao - ein schönes altes Wasserdorf mit vielen Brücken,

den Fischern auf den Booten zugucken,
und sogar die Sonne liess sich blicken,
das konnte unsere Gemüter entzücken.

Shanghai bei Nacht,
glitzert und funkelt in voller Neonlichter-Pracht,
hier haben wir 4 Tage verbracht,
und Shopping gemacht bis es kracht.

Mittwoch, 5. August 2009

Chinesische Kuriositäten

Gerne servieren wir euch ein paar Schmankerl’ aus dem chinesischen Alltag:

- „Windhosen“: Windeln kennen die Chinesen scheinbar nicht. Die kleinen Kinder haben praktischerweise Höschen an, die im Schritt offen sind. Das kleine oder auch grössere Geschäftchen lässt sich dann ganz bequem am Strassenrand machen. Einfach in die Knie und ab die Post.

Von Kuriositäten

- Warten: Der Chinesische Alltag besteht zu mindestens 99% aus Warten …. Warten auf einen Bus, dann warten, bis der Bus dann endlich auch losfährt, und wieder warten und zwar auf den Buschauffeur, der an einer Haltestelle ein Päckchen Zigaretten kaufen geht oder noch schnell den Bus auftankt. Niemanden scheint’s zu stören, es dauert halt eben so lange wie es dauert.

- Körpersäfte: Die Chinesen haben keinerlei Hemmungen, ihre Körpersäften via Mund und Nase rauszulassen, egal wo sie sich gerade befinden. Die Dame hinter dem Ticketschalter „chodert“ so richtig genüsslich ins Mikrofon während sie einem ein Ticket verkauft, und der Tischnachbar beim Essen entleert den Inhalt seiner Nase direkt neben sein Stühlchen. Na dann: „en Guete“ ;-)

- Schlafen: Die Chinesen schlafen überall – nicht selten bei der Arbeit - gut, ein Päuseli zwischendurch muss schon mal sein.

Von Kuriositäten

- Wozu denn anstehen? Anstehen ja, aber nicht der Reihe nach …Wenn man vor einem Schalter steht und da mal ein Sekündchen nicht aufpasst, ist bestimmt schon ein flinker kleiner Chinese vor dich in die „Schlange“ reingehüpft. Und wenn’s mal nicht ganz so locker geht, dann werden halt Ellbogen und Füsse gebraucht. Und dann gibt es noch die ganz Rabiaten: Da kann man doch locker 30min warten vor einem Schalter, und kurz bevor man selber an der Reihe ist, kommt doch ganz bestimmt ein Chinese von rechts an allen Wartenden vorbei, direkt an den Schalter und plärrt einfach drein. Und das Kurioseste: Er kriegt auch gleich sein Ticket und niemanden scheint’s zu stören.

- Lernen mit dem Kondukteur: Der Kondukteur stempelt im Zug nicht nur das Ticket ab, nein, er gibt auch noch Mathe-Unterricht und verkauft Socken und blinkende Spielzeuge für die Kinder. Liebe SBB, das wäre doch auch was für die Schweiz?

Von Kuriositäten

- Abenteuer Strasse überqueren: In China die Strasse zu überqueren kommt jedes Mal einer Mutprobe gleich. Egal ob grün oder rot, die Autos hupen und fahren, ohne Rücksicht auf Verluste.

- Wer bremst verliert: Nicht die Bremse ist das Wichtigste an einem Fahrzeug, sondern seine Hupe. Wer am lautesten und längsten hupt, scheint den Vortritt zu haben. Egal ob man auf der Gegenfahrbahn ist oder nicht.

- Was guckst du? Wenn wir zwei Globetrotter ganz alleine mit 120 Chinesen in einem Zugabteil sitzen, dann sind 240 Augenpaare während der ganzen Zugfahrt auf uns gerichtet. Wir als Mittelpunkt des Geschehens! Auch auf der Strasse werden wir regelrecht angegafft und nicht selten werden wir fotografiert, gefilmt und uns wird zu gewunken. Jetzt wissen wir, wie sich Paris Hilton fühlt bei all dem Blitzlichtgewitter ;-) Immer schön lächeln ist unsere Devise, und damit fahren wir ganz gut, die Chinesen haben den Plausch – und wir auch.

Sonntag, 2. August 2009

Nihao aus dem Reich der Mitte

Die 7’865 Kilometer mit der Transsib sind vollendet und wir sind in Peking eingefahren. Gleich bei Ankunft am Pekinger Bahnhof wurden wir mit der riesigen Menschenmasse in China konfrontiert und wir haben gemerkt, dass wir im bevölkerungsreichsten Land angekommen sind. Hektisch, dynamisch, geschäftig und vor allem laut!

Entgegen unseren Vorstellungen, ist diese Stadt ziemlich sauber, gut organisiert und für westliche Touristen relativ gut überschaubar – Olympia 2008 sei Dank.

Logisch: Beim ersten Abendessen landete eine knusprige, feine Pekingente auf unseren Tisch!
An den restlichen 5 Tagen in der Hauptstadt erklommen wir die Chinesische Mauer, besichtigten mit mindestens 1 Million Chinesen (oder uns kam es zumindest so vor) die verbotene Stadt und auch der Olympiapark mit dem Besuch des „Schweizer“ Vogelnests durften nicht fehlen. Alles Highlights einer gigantischen & tollen Stadt.

Kulinarisch tasteten wir uns von Tag zu Tag an exotischeres Essen heran – doch ganz so krass wie die Chinesen sind (und bleiben) wir nicht. Denn die vertilgen mit einer Selbstverständlichkeit Seesterne, Schafspenisse und Hühnerherze (das ist nur eine kleine Auswahl an chinesischen Köstlichkeiten).

Ah ja, noch ‚was nebenbei: Die ersten 2 Tage bei Sonnenschein und blauem Himmel dachten wir, das ist ja gar nicht so schlimm mit dem Luft. Tja, denkste … Danach änderte sich das Wetter und man sah vor lauter Smog kaum noch 200 Meter weit. Ähnlich wie im Herbst bei Nebel, halt nur mit dem Gefühl, gegart zu werden (30 Grad und sehr hohe Luftfeuchtigkeit).

Mittlerweile sind wir in Xi’an, das liegt südwestlich von Peking. 11 Stunden mit dem Zug. Xi’an ist der Endpunkt der Seidenstrasse und Ausgangspunkt für einen Besuch der weltberühmten Terrakotta Armee: Tausende von lebensgrossen Soldaten sind in Kriegsformationen aufgestellt und bewachen das Grab des ersten Kaisers von China – wahnsinnig imposant und eindrücklich.

Und heute haben wir China’s Nationaltier – dem grossen Panda – einen Besuch abgestattet in einem Nationalpark. Ziemlich putzig diese Knäuel, sitzen & liegen den ganzen Tag rum und fressen kiloweise Bambus – nix da mit Kung Fu Panda ;-)