Dienstag, 16. März 2010

In Teufel's Küche

Kaum sind wir auf der Nordinsel in Wellington in den Hafen eingefahren, wurden wir von einem bekannten Gesicht empfangen. Holle, unser Reisegspändli von Bali und Australien, war zur selben Zeit in Wellington und wartete auf die Fähre hinüber auf die Südinsel. Wir nutzten die Gelegenheit für einen kurzen, gemütlichen Schwatz und tauschten Reisegeschichten aus. Soviel steht fest, wir werden uns am 20. März nochmals wiedersehen; wir besuchen nämlich zusammen ein Rubgy Match der bekannten Auckland Warriors.

In Wellington - Hauptstadt Neuseelands (an alle Geografie-Banausen, nicht etwa Auckland) schlug uns eine steife Brise um die Ohren. Zu Fuss schlenderten wir durch die Einkaufsstrassen und das Hafenviertel der "windy City" und statten dem interessanten Nationalmuseum Te Papa einen kurzen Besuch ab. Noch mit den letzten Sonnenstrahlen im Rückspiegel verliessen wir die Stadt und campten mal wieder irgendwo im nirgendwo :-)

Tags darauf gings volle Fahrt voraus, der Küste entlang, Richtung Mt. Taranaki. Dieser imposante, fast vollkommene Vulkan überragt das ganze Westzipfelchen Neuseelands. Sein Aussehen erinnerte uns stark an Mt. Fuji in Japan.

Somit begann auch unser Trip durch die vulkanische Vergangenheit und Gegenwart der Nordinsel. Via dem Forgotten World Highway erreichten wir den Tongariro Nationalpark. Einige Vulkane in diesem Gebiet sind noch aktiv - momentan auf Stufe 1 (von 5) - und hatten schon ihre filmischen Auftritte, wieder mal in der "Herr der Ringe Trilogie" – als Mt. Doom und Mordor. Doch leider hatten wir kein Glück und sie zeigten sich nur ganz früh am morgen kurz ohne Wolkenumhang. Schade. Tja, in Neuseeland kann sich das Wetter halt ultra-schnell ändern. Eben noch Sonne, schon regnet's fast – und umgekehrt.

Also dann mal alles schön in den Van packen –mittlerweile sitzt jeder Handgriff wie im Schlaf – ab ins Auto und auf nach Rotorua, ins geothermische Zentrum Neuseelands. Auf dem Weg dorthin erhaschten wir noch einen kurzen Blick auf die wuchtigen, kristallklaren Huka-Falls in Taupo.

Je beissender der Geruch wurde, desto näher kamen wir nach Rotorua. In der ganzen Stadt "stinkt" es nämlich wie nach faulen Eiern, mmmmh. Und überall zischt, dampft und blubbert es. Wie aus dem Nichts steigen überall Dampfsäulen aus dem Boden empor und es scheint, als wären wir mitten in Teufel’s Küche gelandet. Schon gewaltig wie es hier im Erdinnern brodelt. Diese Energiequellen wissen natürlich die Maori (Ureinwohner Neuseelands) schon seit Jahrhunderten zu nutzen, weshalb sie sich in dieser Gegend niedergelassen haben. Noch heute ist dort die Maorikultur omnipräsent, vielleicht sogar am ausgeprägtesten im ganzen Land.

Auch wir liessen es uns nicht entgehen, diese natürlichen Ressourcen zu unseren Gunsten zu nutzen und entspannten uns abends in den herrlich warmen Quellen, mit spektakulärem Blick ins dampfende Waikite Valley.

Okay, lasst uns jetzt noch an ein paar Strände sausen, bevor wir dann nach Auckland brausen …

Montag, 8. März 2010

Von Nord-Süd nach Süd-Nord

Von der Westküste der Südinsel ging unser Trip an die Ostküste, nach Kaikoura, weiter. Via Alpen-Crossing und mit einem Stopp in Hanmer Springs. Dort hüpften wir kurz in die heissen Quellen und lockerten unsere leicht verspannten Wander- und Camping-Knochen.
Unser Plan A war eigentlich, vor Kaikoura mit den dort lebenden Delfinen zu schwimmen. Dieser Ort ist nämlich bekannt für seine Artenvielfalt im Meer. Doch genau an diesem Tag kam uns der Tsunami-Alarm – eine Folge des grossen Erdbebens in Chile – in die Quere und nichts war mit fröhlichem Planschen mit den Meeressäugern. Schade! Doch Sicherheit geht vor, und zum Glück wurde die Küste Neuseelands so ziemlich verschont. Also, Plan B: Wir genossen dafür ein typisch neuseeländisches Ereignis, nämlich das Scheren eines Schafs. Die informative Show war witzig, doch leider liessen sie uns selber nicht an die Schere ran. Vielleicht auch besser für die Schafe, hehe!

In der Stadt Nelson überbrückten wir kurz eine Schlechtwetterfront. Als sich Petrus nach 2 Tagen wieder gnädig zeigte, montierten wir unsere Wanderschuhe und gingen auf den Coastal Track im Abel Tasman Nationalpark. Goldene Sandstrände, kleine Buchten und üppig-grüne Regenwälder säumen diese wunderschöne Gegend.

Das absolute super Highlight dieser Woche war allerdings, dass wir das Glück hatten, in der Fjordlandschaft der Marlborough Sounds, eine ca. 10-köpfige Orka (Killerwal) Familie beim Vorbeischwimmen zu beobachten. Wow! Das war unglaublich, so majestätisch diese Tiere! Und ihre Atemausstösse (pppffffft) hörte man noch meilenweit. Sehr beeindruckend! Laut den Locals, war das ein sehr seltenes Ereignis. Ein Fischer, der schon seit 25 Jahren dort lebt, erzählte uns, und dies in diesen Jahren noch nie vorgekommen sei. Kein Wunder also, waren nicht nur wir aus dem Häuschen.

Dreieinhalb Wochen waren wir nun auf der eindrucksvollen Südinsel unterwegs. Nun ist die Nordinsel dran. Unser Sleeper Van ist in diesem Augenblick im Bauch der Fähre, und während wir so dahinschaukeln, nutzen wir die Zeit an Deck, um euch auf dem Laufenden zu halten.

So, wir haben wieder Land in Sicht – Wellington erscheint am Horizont. Wir müssen los!

Samstag, 27. Februar 2010

... und: Action!

Genau das möchten wir in der Adrenalin-Metropole Queenstown erleben.

Doch vorher genossen wir die morgendliche Ruhe auf einer gemütlichen Bootsfahrt durch den spektakulären Milford Sound – Neuseelands Touristenmagnet Nummer 1. In dieser Fjordlandschaft gab es Delfine, Seelöwen, Wasserfälle und jede Menge anderes tolles Naturzeugs zu sehen.

Und dann kam Queenstown. Schon die Anfahrt war vielversprechend: Eingebettet zwischen Bergen, an einem türkisblauen See, schlängelte sich die Strasse zu diesem wunderbaren Dörfchen hin. Langeweile ist in Queenstown ein Fremdwort, hier ist schneller, höher, tiefer … einfach nur extremer angesagt. Aus diesem riesigen Angebot aus Bungy-Jumping, Rafting, Caneoning, Fallschirmspringen, etc., haben wir uns für dann aber für die Attraktion in Queenstown schlechthin entschieden: Ein Thril-Ride in einem 500 PS starken Jetboat, das uns mit 80 Sachen schwindelerregend nahe an den Felsen vorbei, durch den engen Canyon auf dem Shotover River schoss. Ooooaaaah, man, "das het gfägt"!!! Wir finden, das ist ein must-do in Neuseeland. Aber seht doch selber im Filmchen unten.

Jaja … nach 3 tollen Tagen fiel uns der Abschied ziemlich schwer. Mehr als einmal haben wir uns überlegt, ob wir nicht doch ein bisschen länger, oder vielleicht sogar vielmehrlänger, dort bleiben wollen. Hier liesse es sich sehr schön leben … Nicht umsonst hat Mister Jackson viele seiner Szenen aus der Trilogie in dieser Region abgedreht.

Aber … unsere Reise ging weiter. Wir drei (unser Van und wir) flitzten über die Landstrassen von Queenstown, über Wanaka an die Westküste der Südinsel. So standen wir dann tags darauf vor den imposanten Gletschern Fox und Franz Josef. Dort haben wir ein paar Wanderungen unternommen und konnten sehr nahe an das ewige Eis ran.

Danach fuhren wir, der Küste entlang, auf dem Westcoast Highway Richtung Norden hinauf. Diese Strasse ist zu Recht in der Lonely Planet Bluelist unter den ersten 10 der weltweit schönsten Strassentrips aufgeführt. @ Caro und Enzi: Unbedingt zu empfehlen.

Es ist ja schon unglaublich was Neuseeland zu bieten hat: Da fährt man nur ein paar Stunden und durchquert mehrere Vegetationszonen. Seen, Regenwald, Gletscher, raues Meer, Sandstrände wechseln sich ab… ein richtig kleiner Mikrokosmos. Man kommt immer wieder ins Staunen.

And last but not least, und sogar seeeehr wichtig: Hier kommt ein dickes Dankeschön an euch Blogleser für all die tollen Kommentare, die uns jedes Mal sehr erfreuen! Schön, dass wir euch unsere Begeisterung ein bisschen weitergeben können. Und gut zu wissen, dass die eine oder der andere uns folgen würde, falls wir uns doch noch entscheiden würden, hier zu bleiben … hehehe ;-)



Film ab!

Samstag, 20. Februar 2010

Ab in den Süden

und zwar genau genommen auf die Südinsel Neuseelands. Willkommen im Land der "Kiwis" & Schafe…Und so viel nehmen wir schon mal vorweg: Von diesen Wollknäueln hat es hier wirklich extrem viele, überall stehen sie gemütlich auf den Feldern herum….!! Klischee bestätigt!

Aber der erste Eindruck von Neuseeland war TEMPERATURSCHOCK!!!. Vom sonnig warmen Sydney sind wir nach 3 Flugsstunden und ein paar Breitengraden südlicher im nur 16 grädigen, nasskalten Christchurch gelandet. Dick eingemummelt (endlich konnten wir nun auch mal wieder unsere Pulli’s und Kappen benützen, hat also doch noch etwas Gutes) haben wir dann voller Spannung unser „Büssli“ entgegengenommen. Wow! Unsere Erwartungen wurden sogar übertroffen: Der 4WD SleeperVan ist bestens ausgestattet und super bequem. Zwar ein bisschen eng, aber für uns zwei Novizen-Camper eigentlich just perfect! So haben wir alles eingepufft, uns eingerichtet, denn die nächsten 6 Wochen sind wir Camper! Wie praktisch alle Touris hier in Neuseeland.

Apropos Camper: Ja, auf diesen Campingplätzen verkehrt eine lustige Klientel, so ganz anders als in den coolen Backpacker’s in Australien. Hier trifft man Wandervögel, Velofahrer und sonstige Outdoorfreaks. Uns gefällts. Dennoch wollen wir so oft wie möglich mitten in der Natur und abseits der Campingplätze übernachten.

So, jetzt kann’s losgehen, let’s fetz! Kaum hatten wir das schöne Städtchen Christchurch hinter uns gelassen, eröffnete sich uns die anmutige Landschaft Neuseelands. Wir kamen aus dem Staunen fast nicht mehr raus, und hinter jeder Kurve erblickten wir ein neues, fantastisches Panorama. Wir nahmen die Küstenstrasse Richtung Halbinsel Akaroa und von da aus steuerten wir die Ausläufer der südlichen Alpen an. Auf dem Weg dorthin passierten wir verschiedene Schauplätze der "Herr der Ringe" Trilogie. Legendär!

Im weitläufigen, menschenleeren MacKenzie Country campierten wir unter den sagenhaften Sternenhimmel und genossen am Morgen danach einen wunderschönen Sonnenaufgang über dieser atemberaubenden Landschaft. Im Horizont erspähten wir dann schon früh die Schneegipfel und Gletscher der südlichen Alpen – Heimatgefühl setzte ein!

Also nix wie los! Jetzt wird gekraxelt. 7 Stunden, je1000 Höhenmeter (rauf und wieder runter) und viele superschöne Ausblicke zum Mt. Cook und den Gletschern bescherte uns die Wanderung zur Müllers Hütte. Wir konnten noch zwei Tage danach von diesem tollen Erlebnis zehren, und zwar in den Oberschenkeln ;-) Puuuh!

Nach den alpinen Erlebnissen ging der Roadtrip weiter, zurück an die Küste. Wir passierten Dunedin und übernachteten schliesslich in Colac Bay, am südlichsten Punkt von Neuseeland. Somit sind wir auch am südlichsten Punkt von unserer Weltreise angelangt. Von hier aus blickt man praktisch rüber zur Antarktis.

Unsere erste Woche Neuseeland ist bereits vorüber, wir fühlen uns hier pudelwohl (ausser: es könnte noch ein bisschen wärmer werden), das Campen haben wir schon voll im Griff, und wir freuen uns auf die verbleibende Zeit bei den Kiwis.

Anmerkung der Redaktion: Sorry, das wir so viele Superlative benötigen … Doch, wie man sicherlich merkt, sind wir wahnsinnig begeistert von diesem Land!

Donnerstag, 11. Februar 2010

Und zweitens kommt es immer anders …

… als man denkt. Ja, beim Reisen muss man halt flexibel sein. Wollt ihr wissen warum? Also gut:

Zuerst verbrachten wir noch 4 Tage in Queenslands Hauptstadt Brisbane und haben die Annehmlichkeiten einer Grosstadt genossen (Kino, Sightseeing, Shoppen etc.). Nebenbei haben wir die Zeit genutzt, um Pläne für die verbleibende letzte Woche in Australien zu schmieden.

Übrigens, es war mal wieder an der Zeit, so ganz zufällig ein bekanntes Gesicht aus der Heimat anzutreffen. So geschah es dann auch in der Küche der YHA von Brisbane. Dort lief uns nämlich Markus Zemp, ein ehemaliger Nachbar aus der Oberen Erlen und "Mitstift" von Remo über den Weg.

Also zurück zu unserem Plan: Wir wollten ein paar Tage so richtig mit anpacken auf einer Farm im Australischen Outback bei Rockhampton. Alles war organisiert und so setzten wir uns in den Bus Richtung Norden. Mitten in der Nacht, um 3 Uhr morgens, stiegen wir an unserem Ziel aus – bei strömendem Regen. Wir checkten kurz die Wettersituation und entschieden ultra-super-spontan, unsere Reise mit dem Bus um ein paar Stunden zu verlängern – so wurde es insgesamt eine 18-stündige Fahrt. Der Grund dafür war der Zyklon Olga, welcher in dieser Region wütete und die folgenden Tage für starke Regenfälle und Überflutungen sorgte. Ja, schade war’s. Es wurde leider wieder nichts mit einem Ausflug ins Outback. Aber es ist halt Regenzeit in Queensland und das erfordert eine gewisse Flexibilität.

Unsere Entscheidung wurde aber belohnt mit zwei super tollen Tagen in Airlie Beach, wo wir einen Cruise zu den wunderschönen Whitsunday Islands machten.

Und schwupps-di-bupps … noch ein letztes Mal in den Bus sitzen und ab nach Cairns. Dort waren wir bei Melanie (ehemalige Schulkollegin von Remo), Mick & Hausvogel Chilli zu Gast. Sie leben dort nämlich seit 10 Jahren. Nach dem Bummeln durch Cairns steuerten wir am zweiten Tag das Great Barrier Reef an. Dieser sonnige, tolle Tag – zwischen bunten Fischen und Korallen - zählt unbestritten zu den Highlights unserer Weltreise. Mit unseren Gastgebern verbrachten wir dann unseren letzten Tag in Cairns im grünen Regenwald um Kuranda. @ Melanie und Mick: vielen herzlichen Dank für die schöne Zeit!

Ach ja, noch ein kleine Überraschung flog uns in Cairns vor die Linse: Ein Rettungshelikopter – mit medizinischem Interieur von Remo’s ehemaliger Firma (Aerolite) ausgestattet - landete direkt vor uns. Wir nutzten die Gelegenheit für einen kurzen Schwatz mit der Crew und einem Blick auf die ehemalige Arbeit. Zufälle gibt’s …

Mit dem Flieger düsten wir dann die Küste runter, nochmals nach Sydney. In diesen drei Tagen gingen wir in den schön gelegenen Taronga Zoo, wurden nochmals von Bronwen und Alois mit einem OZ-BBQ verwöhnt und abends zogen wir mit Fabienne (Freundin von Carmen) und Bese um die Häuser. Die beiden sind am Ende ihrer 2-monatigen Australien-Reise angelangt und da wir das dies wussten, richteten wir es uns ein, sie in Sydney zu treffen. @ Fabienne und Bese: Es war cool mit euch! Und nochmals ein Riesen-Thanx für den Surfboard-Transport!

So, das war’s aus Australien – bye bye Down Under. Jetzt geht’s rüber zu den Kiwi’s. Wir ziehen uns schon mal warm an … es soll ja angeblich etwas kälter sein dort ;-)