Montag, 10. August 2009
Fünf Vierzeiler aus Shanghai...
zu den Shaolin Mönchen zu gehen,
Kung Fu & Akrobatik bekamen wir zu sehen,
und lernten ihre Spiritualität verstehen.
Zigtausend Buddhastatuen in den Fels gehauen,
wir kamen nicht mehr aus dem schauen,
in Luoyang an den Ufern des Flusses Yi-He,
sind die Longmen Grotten – eine UNESCO Welterbstätte.
Kaum sind wir in Shanghai,
kommt auch schon ein Taifun, oh wei,
doch er zog nicht direkt bei uns vorbei,
was für ein Glück, häi äi äi.
Zhujiajiao - ein schönes altes Wasserdorf mit vielen Brücken,
den Fischern auf den Booten zugucken,
und sogar die Sonne liess sich blicken,
das konnte unsere Gemüter entzücken.
Shanghai bei Nacht,
glitzert und funkelt in voller Neonlichter-Pracht,
hier haben wir 4 Tage verbracht,
und Shopping gemacht bis es kracht.
Mittwoch, 5. August 2009
Chinesische Kuriositäten
Gerne servieren wir euch ein paar Schmankerl’ aus dem chinesischen Alltag:
- „Windhosen“: Windeln kennen die Chinesen scheinbar nicht. Die kleinen Kinder haben praktischerweise Höschen an, die im Schritt offen sind. Das kleine oder auch grössere Geschäftchen lässt sich dann ganz bequem am Strassenrand machen. Einfach in die Knie und ab die Post.
| Von Kuriositäten |
- Warten: Der Chinesische Alltag besteht zu mindestens 99% aus Warten …. Warten auf einen Bus, dann warten, bis der Bus dann endlich auch losfährt, und wieder warten und zwar auf den Buschauffeur, der an einer Haltestelle ein Päckchen Zigaretten kaufen geht oder noch schnell den Bus auftankt. Niemanden scheint’s zu stören, es dauert halt eben so lange wie es dauert.
- Körpersäfte: Die Chinesen haben keinerlei Hemmungen, ihre Körpersäften via Mund und Nase rauszulassen, egal wo sie sich gerade befinden. Die Dame hinter dem Ticketschalter „chodert“ so richtig genüsslich ins Mikrofon während sie einem ein Ticket verkauft, und der Tischnachbar beim Essen entleert den Inhalt seiner Nase direkt neben sein Stühlchen. Na dann: „en Guete“ ;-)
- Schlafen: Die Chinesen schlafen überall – nicht selten bei der Arbeit - gut, ein Päuseli zwischendurch muss schon mal sein.
| Von Kuriositäten |
- Wozu denn anstehen? Anstehen ja, aber nicht der Reihe nach …Wenn man vor einem Schalter steht und da mal ein Sekündchen nicht aufpasst, ist bestimmt schon ein flinker kleiner Chinese vor dich in die „Schlange“ reingehüpft. Und wenn’s mal nicht ganz so locker geht, dann werden halt Ellbogen und Füsse gebraucht. Und dann gibt es noch die ganz Rabiaten: Da kann man doch locker 30min warten vor einem Schalter, und kurz bevor man selber an der Reihe ist, kommt doch ganz bestimmt ein Chinese von rechts an allen Wartenden vorbei, direkt an den Schalter und plärrt einfach drein. Und das Kurioseste: Er kriegt auch gleich sein Ticket und niemanden scheint’s zu stören.
- Lernen mit dem Kondukteur: Der Kondukteur stempelt im Zug nicht nur das Ticket ab, nein, er gibt auch noch Mathe-Unterricht und verkauft Socken und blinkende Spielzeuge für die Kinder. Liebe SBB, das wäre doch auch was für die Schweiz?
| Von Kuriositäten |
- Abenteuer Strasse überqueren: In China die Strasse zu überqueren kommt jedes Mal einer Mutprobe gleich. Egal ob grün oder rot, die Autos hupen und fahren, ohne Rücksicht auf Verluste.
- Wer bremst verliert: Nicht die Bremse ist das Wichtigste an einem Fahrzeug, sondern seine Hupe. Wer am lautesten und längsten hupt, scheint den Vortritt zu haben. Egal ob man auf der Gegenfahrbahn ist oder nicht.
- Was guckst du? Wenn wir zwei Globetrotter ganz alleine mit 120 Chinesen in einem Zugabteil sitzen, dann sind 240 Augenpaare während der ganzen Zugfahrt auf uns gerichtet. Wir als Mittelpunkt des Geschehens! Auch auf der Strasse werden wir regelrecht angegafft und nicht selten werden wir fotografiert, gefilmt und uns wird zu gewunken. Jetzt wissen wir, wie sich Paris Hilton fühlt bei all dem Blitzlichtgewitter ;-) Immer schön lächeln ist unsere Devise, und damit fahren wir ganz gut, die Chinesen haben den Plausch – und wir auch.
Sonntag, 2. August 2009
Nihao aus dem Reich der Mitte
Die 7’865 Kilometer mit der Transsib sind vollendet und wir sind in Peking eingefahren. Gleich bei Ankunft am Pekinger Bahnhof wurden wir mit der riesigen Menschenmasse in China konfrontiert und wir haben gemerkt, dass wir im bevölkerungsreichsten Land angekommen sind. Hektisch, dynamisch, geschäftig und vor allem laut!
Entgegen unseren Vorstellungen, ist diese Stadt ziemlich sauber, gut organisiert und für westliche Touristen relativ gut überschaubar – Olympia 2008 sei Dank.
Logisch: Beim ersten Abendessen landete eine knusprige, feine Pekingente auf unseren Tisch!
An den restlichen 5 Tagen in der Hauptstadt erklommen wir die Chinesische Mauer, besichtigten mit mindestens 1 Million Chinesen (oder uns kam es zumindest so vor) die verbotene Stadt und auch der Olympiapark mit dem Besuch des „Schweizer“ Vogelnests durften nicht fehlen. Alles Highlights einer gigantischen & tollen Stadt.
Kulinarisch tasteten wir uns von Tag zu Tag an exotischeres Essen heran – doch ganz so krass wie die Chinesen sind (und bleiben) wir nicht. Denn die vertilgen mit einer Selbstverständlichkeit Seesterne, Schafspenisse und Hühnerherze (das ist nur eine kleine Auswahl an chinesischen Köstlichkeiten).
Ah ja, noch ‚was nebenbei: Die ersten 2 Tage bei Sonnenschein und blauem Himmel dachten wir, das ist ja gar nicht so schlimm mit dem Luft. Tja, denkste … Danach änderte sich das Wetter und man sah vor lauter Smog kaum noch 200 Meter weit. Ähnlich wie im Herbst bei Nebel, halt nur mit dem Gefühl, gegart zu werden (30 Grad und sehr hohe Luftfeuchtigkeit).
Mittlerweile sind wir in Xi’an, das liegt südwestlich von Peking. 11 Stunden mit dem Zug. Xi’an ist der Endpunkt der Seidenstrasse und Ausgangspunkt für einen Besuch der weltberühmten Terrakotta Armee: Tausende von lebensgrossen Soldaten sind in Kriegsformationen aufgestellt und bewachen das Grab des ersten Kaisers von China – wahnsinnig imposant und eindrücklich.
Und heute haben wir China’s Nationaltier – dem grossen Panda – einen Besuch abgestattet in einem Nationalpark. Ziemlich putzig diese Knäuel, sitzen & liegen den ganzen Tag rum und fressen kiloweise Bambus – nix da mit Kung Fu Panda ;-)
Samstag, 25. Juli 2009
Im Lande des Dschinghis Khan
In Irkutsk bestiegen wir den Zug für den zweiten Teil der Transsib-Strecke nach Ulan Bator in der Mongolei („nur“ 32 Stunden). Diesmal erwischten wir einen reinen Touristen Zug und genossen es, mit anderen Travellers über Erlebnisse und geschmiedete Pläne zu plaudern.
Nach langen 9 Stunden warten an der russich-mongolischen Grenze wurden wir mit einem freundlichen Lächeln im Land des grossen Dschinghis Khans begrüsst. Uns war sofort klar, dass sich dieses Land in jeder Hinsicht von Russland unterscheidet – sowohl kulturell wie auch landschaftlich.
Die Tage in der Mongolei verbrachten wir in einem Jurten-Camp, umgeben von traumhafter Landschaft (siehe Fotos), abgelegen und ohne Strom. Wir genossen die Ruhe und die Gastfreundschaft der Einheimischen, unternahmen Wanderungen und wagten uns sogar hoch zu Ross. Das war das absolute Highlight, es war so perfekt, fast schon kitschig. Wir konnten auch am nächsten Tag noch von diesem Erlebnis zehren, dank schmerzendem Hintern ;-)
Auch kulinarisch wurden wir verwöhnt, wir probierten die landestypischen Speisen (frisch geschlachtetes Schaf, wir konnten dem armen Kerl vorher noch tief in die Augen schauen) und auch ein kräftiges Schlückchen Airag – gegorene Stutenmilch – durfte nicht fehlen. @ Hans: ist gar nicht mal so schlimm.
Leider mussten wir nach 3 Tagen dieses faszinierende Land bereits wieder verlassen, mit einem weinenden Auge bestiegen wir den Zug nach Peking. Wir können uns sehr gut vorstellen, nochmals für eine längere Zeit in die Mongolei zurück zu kehren.
Samstag, 18. Juli 2009
Schwitzen in Sibirien
Eins können wir euch sagen: Auch in Sibirien gibt es einen Sommer und der kann ziemlich heiss werden – 30 Grad und mehr! Gut für uns.
Im beschaulichen Irkutsk gibt es viele kleine, hübsche, schiefe Holzhäuschen sibirischer Architektur. Nice to see! Hauptattraktion ist jedoch ganz klar der Baikalsee. Der grösste Süsswassersee der Welt zieht mit seiner Flora und Fauna und den Bergen die ihn umgeben viele Touristen an.
Untergebracht sind wir in einer privaten Unterkunft. Und wie es der Zufall so will, auch unsere „Reisegspändlis“ welche wir in Moskau zufälligerweise getroffen haben, sind in derselben Familie untergebracht. Ein weiteres berkanntes Gesicht haben wir in hier getroffen, dies allerdings geplant: Carla (ehemalige HSW-Schulkollegin von Carmen) verbringt 3 Monate hier und lernt russisch. Während unserem Aufenthalt konnten wir von ihren Russisch- und Ortskenntnissen profitieren. Spasiba Carla!
Heute Abend nehmen wir die nächste Zugfahrt in Angriff und wir sagen Russland „da-svidanya“ – Dschingis Khan wir kommen!