Freitag, 17. Juli 2009

Zuggeschichten

5'191 Kilometer, 77 Stunden, 5 Zeitzonen, 4 Nächte, 3,6 Quadratmeter, 3 Personen im Abteil und 1 atemberaubende Landschaft.

Eine Reise mit der Transsib ist ein wahres Abenteuer. Mit der Überquerung des Urals haben wir Europa Richtung Asien hinter uns gelassen – vorbei an scheinbar endlosen Feldern, Wiesen und Wälder der sibirischen Taiga.

Unser kleines Abteil teilten wir mit der russischen „Mamma“ Antonina. Entgegen aller Russen, welche wir bisher getroffen haben, war sie überaus redselig (sprach ein bisschen deutsch). Singen, saufen, singen, saufen, schlafen … das war der Rhythmus der Studenten im Nachbars-Abteil. Wir konnten es kaum vermeiden: Nach kurzer Zeit schon landeten wir in ihrem Abteil, und der Wodka floss.

Bei den zahlreichen Zwischenstopps konnten wir bei den Babuschkas (russische Omas) alles kaufen was das russische Land hergibt: Von geräuchertem Fisch (yammie) bis hin zu köstlichen Teigtaschen, Früchten und gekühlten Getränken.

Bei einer solchen Reise ist Improvisation gefragt. Die Haare werden mit Trockenshampoo „gewaschen“ (@Anja: es funktioniert), Katzenwäsche ersetzt das tägliche Duschen und die bequemen Kleider werden am besten gleich anbehalten. Mit schlafen, lesen, Musik hören, spielen, schwatzen und die wunderschöne Landschaft betrachten verging die Zeit „wie im Zuge“. In diesen 77 Stunden erlebten wir authentisches Russland, smuf!

Sonntag, 12. Juli 2009

„Follow the Moskwa, down to Gorki Park“

Okay unser erste Fahrt in einem russischen Nachtzug haben wir hinter uns gebracht, und hey, wir sind voll begeistert! Es hat alles wie am Schnürchen geklappt und unser 4er-Zugabteil war super bequem & chillig. Sogar der Kaffee wurde am Morgen ans Bett serviert.

Umso hektischer verlief dann unsere Ankunft am Moskauer Bahnhof:
1.: Strömender Regen
2.: Morgendliche Rush-Hour in der Metro (damit ihr euch ein Bild machen könnt: Mit 9 Mio Passagieren täglich befördert die Metro in Moskau mehr Menschen als die Untergrundbahnen von New York und London zusammen)
und 3.: Versucht mal mit je 25 Kilo Gepäck, keinen Russisch-Kenntnissen und dichtem Gedränge die richtige Metro und dann auch die richtige Ausstiegs-Station zu finden. Eine wahre Herausforderung.

Moskau ist gigantisch: 10 spurige Einbahnstrassen, sowjetische Blockbauten und riesige Denkmäler, überall Sowjet-Kitsch Souvenir Stände und wunderschöne Kathedralen. Die „top sights“ von Moskau haben wir selbstverständlich alle besichtigt (siehe Fotos). Der der rote Platz die Basilius Kathedrale waren das absolute Hightlight. Russland pur!

Und, man glaubt es kaum: Wir haben tatsächlich bereits die ersten Bekannten getroffen, mitten in Moskau. Ganz überraschend sind wir Carmens ehemaliger „Oberstiftin“ und deren Mann begegnet. Sie weilen im selben Hostel & haben dieselbe Transibtour vor wie wir – man wird sich also öfters noch sehen!

Heute Abend werden wir die Transsibirische Eisenbahn besteigen. Wir sind jetzt schon gespannt auf die zwei Gspändlis in unserem kleinen, feinen 4er Abteil. Und noch mehr auf die Landschaft, welche in diesen 72 Stunden bis Irkutsk an uns vorbeiziehen wird.

Möcheds guet & bis dann dann …


Mittwoch, 8. Juli 2009

Sonne über St. Petersburg

Nach zwei langen Stunden Warten am Flughafen und etlichen Telefonaten, holten uns Vladimir & Elena, unsere russischen „Agenten“ (nicht KGB-, sondern Reiseagenten), am Flughafen von St. Petersburg ab und chauffierten uns im zick-zack-Stil durch die 5-spurigen Strassen in unsere Unterkunft – „wo bitte ist hier ein Hotel???“ war unser erster Gedanke als wir in einem düsteren Hinterhof landeten. Der Schein trügte: Innen war es „hui“ (nicht pfui).

Leningrad – Petrograd – St. Petersburg: Die Millionen-Metropole an der Neva hat uns vom ersten Augenblick in ihren Bann gezogen. Sei es durch die breit angelegten, scheinbar unendlichen Strassen, die sowjetischen Denkmäler oder die monumentalen Paläste und Kirchen. Es ist eine wunderschöne Stadt und absolut eine Reise wert!

Russia rocks … Wir finden es extrem cool hier und fühlen uns trotz Sprach- und Leseschwierigkeiten (ist wirklich alles kyrillisch beschriftet … wie wird das dann erst in China?) sau gut!

Über die „Petersbörger“ können wir sagen, dass unsere Klischees bestätigt wurden: Viel Alkohol, viel nackte Haut, viele strenge Gesichter und viel Sonne während den „weissen Nächten“.

Mit unserem Besuch in St. Petersburg haben wir erst an der Oberfläche dieses riesigen Landes gekratzt und nun freuen wir uns, den Rest zu bereisen. Heute Abend geht's weiter, mit dem Nachtzug nach Moskau.



Samstag, 4. Juli 2009

Hej from Helsinki

So, nun sind wir da: In der Stadt, in der es im Sommer nie richtig dunkel wird - erster Stopp Helsinki.

Unsere Eindrücke: Maritimes Flair, windig, süsse kleine Saunahäuschen, Picknick im Park, blond - blonder - am blondesten, lecker Lachsbrötchen und gesprächige Leute à la Kimi Räikkonen ...



Langsam kommt das bekannte Reise- und Rucksackpackenfeeling wieder in uns auf und wir geniessen dieses Gefühl der Unabhängigkeit und die Vielzahl der neuen Eindrücke und Entdeckungen.

Next stop: St. Petersburg - Russia.

Donnerstag, 2. Juli 2009

Ready for take-off

Hi folks,
Nun sind wir arbeitslos & homeless ... aber extrem glücklich!!!! Okay, zugegeben, ein bisschen nervös sind wir schon ... aber das gehört doch einfach dazu.

Die letzten 24 Stunden in Luzern sind angebrochen, am Abend gibts noch ein "final" Eichhof Bierchen mit Freunden & dann nix wie weg.

An dieser Stelle möchten wir nochmals allen Freunden & Helfern für die Geschenke, netten Wünsche & den Support danken - ihr seid die Grössten!

Um 11.00 Uhr gehts los, und wir verlassen unsere Heimat in Richtung Norden in die finnische Metropole Helsinki oder passender für die Jahreszeit "hell-nicht-sinki". Wir melden uns nach dem ersten Saunagang wieder - stay tuned ...